28. September 2026 · Yotters, unabhängiger Yacht-Journalismus
Yotters
Refit & Werften

MB92 verknüpft Volys Pinpoint Works mit seinem Kundenportal

MB92 Group und Voly haben Volys Arbeitslisten-Plattform Pinpoint Works direkt mit MB92s Kundenportal The Bridge verbunden, sodass eine einmal erstellte Refit-Arbeitsliste das Angebotsteam der Werft erreicht, ohne erneut abgetippt zu werden. Für einen Eigner ist das der Unterschied zwischen einem Angebot, das den tatsächlichen Auftrag widerspiegelt, und einem, das auf einer Zusammenfassung davon beruht.
16. September 20264 Min. LesezeitYotters-RedaktionRedigiert von Leon Soliman
A superyacht sits blocked up on a floating dry dock at MB92 Barcelona, the kind of refit project the yard's new 680-tonne Travelift is built to move faster.
A superyacht sits blocked up on a floating dry dock at MB92 Barcelona, the kind of refit project the yard's new 680-tonne Travelift is built to move faster.Photo: MB92 Barcelona (press material)

Was haben MB92 und Voly angekündigt?

MB92 Group und Voly haben Pinpoint Works, Volys Arbeitslisten-Plattform, direkt mit The Bridge, MB92s Kundenportal, verbunden, sodass eine einmal erstellte Refit-Arbeitsliste das Angebotsteam der Werft ohne erneute Eingabe erreicht. Die beiden Unternehmen bestätigten die Integration diese Woche als gemeinsame Funktion beider Plattformen.

Pinpoint Works ist das Werkzeug, das die meisten Refit- und Neubau-Crews bereits nutzen, um Aufgaben über eine Saison hinweg zu protokollieren: eine undichte Luke, eine Generatorüberholung, eine Lackausbesserung, jede mit Fotos und Notizen erfasst, sobald sie auftritt. Bisher bedeutete es, diese Liste einer Werft zur Angebotserstellung vorzulegen, sie zu exportieren oder von einem Projektmanager von Hand in das eigene System der Werft übertragen zu lassen. Die neue Integration entfernt diesen Schritt für Aufträge an MB92s Werften in Barcelona und La Ciotat: Arbeitslisten, die von der Crew oder einem Vertreter des Eigners in Pinpoint Works erstellt werden, wandern direkt in The Bridge, wo MB92s Angebotsteam denselben Detailgrad sieht, den die Crew protokolliert hat. Diese Liste begleitet ein Schiff typischerweise eine ganze Saison lang, bevor jemand außerhalb der Crew sie vollständig zu sehen bekommt, aktualisiert von wem auch immer das nächste Problem entdeckt, von einem Bootsmann, der die Bilge prüft, bis zu einem wechselnden Ingenieur, der einen Fehlercode löscht.

Die beiden Systeme sprechen über APIs miteinander, teilten MB92 und Voly mit, sodass nur die für die Angebotserstellung nötigen Felder übergeben werden und keine vollständige Kontoübernahme stattfindet. Ian Flanagan, Vorstandsvorsitzender von Voly, sagte: "Yachten haben ihre Refit-Arbeitslisten schon immer auf Pinpoint Works aufgebaut, und die direkte Weitergabe dieser Informationen an The Bridge bedeutet jetzt schnellere und genauere Angebote." Rob Papworth, Geschäftsführer von MB92 La Ciotat, nannte es "einen natürlichen Schritt für uns" und verwies auf Volys Stellung als führender Anbieter von Arbeitslisten-Software der Branche.

MB92 staff in hard hats walk a hull under refit, part of the yard's day-to-day project supervision on a site that employs more than 200 people.
MB92 staff in hard hats walk a hull under refit, part of the yard's day-to-day project supervision on a site that employs more than 200 people.Photo: MB92 Barcelona (press material)

Warum sollte ein Eigner sich für eine Software-Integration interessieren?

Ein Refit-Angebot ist nur so gut wie die Arbeitsliste dahinter, und jede Übertragung oder Zusammenfassung zwischen den Notizen der Crew und der Kalkulation der Werft ist eine Stelle, an der ein Auftrag übersehen, falsch eingeordnet oder nach Schätzung bepreist wird. Diese Lücke zu schließen bedeutet weniger während des Refits entdeckte Nachtragsposten und ein Angebot, an dem ein Eigner die Werft festhalten kann.

Refit-Budgets laufen selten wegen einer einzigen großen Überraschung aus dem Ruder. Sie laufen über Dutzende kleiner Überraschungen aus dem Ruder: eine Aufgabe, die die Crew im Juni meldete und die es nie in das Septemberangebot schaffte, eine Aufgabenbeschreibung, die zwischen einer Tabelle und der Kalkulation eines Schiffbauers an Detail verlor. Eigner und Verwaltungsgesellschaften enden damit, zwei Versionen derselben Arbeitsliste abzugleichen, eine vom Schiff und eine von der Werft, oft erst, wenn das Schiff bereits aufgeslippt ist und die Werftzeit läuft.

Flanagans Argument ist, dass der Wegfall der manuellen Übergabe dieses Abgleichsproblem an der Quelle beseitigt. Da die Einrichtung pro Yacht und nur auf Anfrage erfolgt und nicht automatisch, bleibt der praktische Rat einfach: Jedes bei MB92 gebuchte Schiff, das bereits Pinpoint Works nutzt, sollte über seine Verwaltungsgesellschaft die Verknüpfung anfordern, bevor die Arbeitsliste zur Angebotserstellung eingereicht wird, nicht danach. Das ist auf dem Papier eine kleine Bitte, aber es ist die Art von Bitte, die einem Kapitän, der Provianteinkauf, Routenplanung und ein Dutzend andere Aufgaben der Refit-Saison gleichzeitig jongliert, leicht durchrutschen kann, besonders beim ersten Besuch einer Werft, die das Schiff noch nie genutzt hat.

A refit team inspects work on a yacht's topsides at the Barcelona yard, one of the projects the concession extension to 2050 is meant to keep flowing.
A refit team inspects work on a yacht's topsides at the Barcelona yard, one of the projects the concession extension to 2050 is meant to keep flowing.Photo: MB92 Barcelona (press material)

Hat The Bridge für Eigner schon vor dieser Integration funktioniert?

The Bridge ist nicht neu: MB92 führte das Portal im März 2024 nach zwei Jahren interner Entwicklung ein, und das Unternehmen gibt an, dass seither mehr als 480 Refit- und Neubauprojekte darüber abgewickelt wurden. Kunden, die es früh genutzt haben, schrieben ihm zu, Vertrags- und Budgetdaten an einem Ort zusammenzuführen, genau das Problem, das diese Integration einen Schritt früher lösen soll.

MB92 hat The Bridge selbst gebaut, statt eine fertige Plattform einzukaufen, und dabei auf drei Jahrzehnte eigener Projektmanagement-Erfahrung unter Rubén Carmona, dem Leiter für IT und Digitalisierung der Gruppe, zurückgegriffen. Das Portal gibt Eignern, Kapitänen und Verwaltungsgesellschaften Echtzeit-Einblick in Projektfortschritt und Budget, erlaubt es, Angebote im selben System anzufordern und anzunehmen, bündelt die projektbezogene Kommunikation und Benachrichtigungen und wickelt die Registrierung von Garantiefällen ab, anstelle der früheren Streuung aus E-Mails und Tabellen. Vor allem Garantieansprüche hingen früher von einer Papierspur ab, die eine ganze Saison lang laufen konnte, da ein im Frühjahrsrefit abgeschlossener Auftrag erst im folgenden Sommer als Mangel auftauchen konnte; die Digitalisierung dieser Registrierung ist eine der unspektakulären, aber hartnäckigen Reibungen, die MB92 nach eigenen Angaben beseitigen wollte.

Dean Smith, Direktor bei Hampshire Marine, sagte nach der Nutzung des Portals auf einem Projekt: "Alle Vertragsdaten waren an einem Ort zur Durchsicht versammelt, und die Gegenüberstellung von akzeptierten Arbeiten zu angebotenen beziehungsweise ausstehenden Arbeiten ermöglichte eine bessere Bewertung von Projektauslastung und Budgetleistung." Der Kapitän einer 45 Meter langen Feadship, in MB92s eigener Fallstudie ungenannt, sagte, The Bridge "zeigt großes Potenzial und bietet zentralisierte Kommunikation und Effizienz für wichtige Projektbestandteile." Diese Aussagen stammen von vor der Pinpoint-Works-Anbindung und beschreiben das Portal für sich genommen; sie sind das Nächste an einem unabhängigen Beleg, dass MB92s Seite dieser Integration bereits hält, was sie verspricht.

A yacht's mast and radar arch stand against the sky at MB92 Barcelona, the kind of large refit project the yard's berths for vessels up to 220 metres are built around.
A yacht's mast and radar arch stand against the sky at MB92 Barcelona, the kind of large refit project the yard's berths for vessels up to 220 metres are built around.Photo: MB92 Barcelona (press material)
Sailing yacht rigs rise over the yard's dry dock building, part of the mixed sail and motor refit traffic MB92 Barcelona handles across its 126,500-square-metre site.
Sailing yacht rigs rise over the yard's dry dock building, part of the mixed sail and motor refit traffic MB92 Barcelona handles across its 126,500-square-metre site.Photo: MB92 Barcelona (press material)

Ist das ein Einzelfall, oder der Anfang von mehr?

Voly gibt an, inzwischen die Software hinter mehr als 2.000 Schiffen und rund 80 Prozent der Yachten über 80 Meter zu betreiben, eine Größe, die das Unternehmen teils durch die Übernahme von Pinpoint Works 2023 und des Crew-Personaldienstleisters Oceanskies im August 2026 aufgebaut hat. Flanagan sagte, die MB92-Integration sei ein erster Schritt und nicht der ganze Plan, mit einem 80-köpfigen Technikteam, das an weiteren Verknüpfungen basierend auf Kundenfeedback arbeitet.

Der MB92-Deal fügt sich in ein Muster, statt für sich zu stehen. Voly hat die vergangenen drei Jahre damit verbracht, die einzelnen Werkzeuge aufzukaufen und zu integrieren, mit denen ein Refit oder ein Neubau in Berührung kommt, Arbeitslisten, Crew-Personalakten, Buchhaltung, statt ein einziges System zu bauen, das von Grund auf alles können soll. Dieser Ansatz zahlt sich für einen Eigner nur aus, wenn die Werften am anderen Ende sich tatsächlich einklinken, was MB92, eine der größten unabhängigen Refit-Gruppen mit Werften in Barcelona und La Ciotat, zu einem bedeutenden Partner macht statt zu einem kleinen Testlauf. Oceanskies ist auf Gehaltsabrechnung, Verträge und Compliance für Crews spezialisiert, also genau die Art von Personalpapierkram, die wie eine Refit-Arbeitsliste traditionell in einem eigenen, getrennten System saß, losgelöst von der Buchhaltung und den Projektwerkzeugen, über die eine Verwaltungsgesellschaft alles andere abwickelt.

Es fällt zudem in dasselbe Jahr, in dem MB92 größere, schwerer zu übersehende eigene Schritte unternommen hat: Im August sicherte sich die Werft ihren Barcelona-Pachtvertrag bis 2050 ab, hinterlegt mit einer Investition von 40 Millionen Euro in das Trockendock, verlor aber im Monat zuvor die Ausschreibung für die Werft in Golfe-Juan. Ein Eigner, der beide Geschichten zusammen liest, bekommt ein faireres Bild als jede für sich: MB92 investiert kräftig in die Werften, die sie kontrolliert, und in die Softwareebene darum herum, während sie an mindestens einem Standort, den sie nicht kontrolliert, Boden verliert. Keines der beiden Unternehmen hat gesagt, ob sich dasselbe Modell von Arbeitsliste zu Portal auf andere Werften ausweiten wird, die MB92 nicht gehören, und genau dieses Detail wird entscheiden, ob es bei einer Zweierbeziehung bleibt oder sich einem Branchenstandard annähert.

Was Eigner und Crew berichten

Was gut ist und worauf zu achten ist

Stärken

  • Weniger doppelte DateneingabeEinmal in Pinpoint Works erstellte Arbeitslisten erreichen MB92s Angebotsteam ohne erneutes Abtippen, was laut beiden Unternehmen schnellere und genauere Angebote ergibt.
  • APIs geben nur freigegebene Daten weiterDie Plattformen sind über APIs verbunden, die ausgewählte Felder teilen statt eine vollständige Kontoübergabe vorzunehmen, sodass die weitergehende Voly-Buchhaltung eines Eigners der Werft verborgen bleibt.
  • Aufbau auf einem Portal, das Eigner bereits schätzenThe Bridge hat eine Betriebshistorie: Hampshire Marines Dean Smith und der Kapitän einer 45m Feadship schrieben ihm bereits vor dieser Integration zu, Vertrags- und Budgetdaten zu zentralisieren.

Worauf zu achten ist

  • Opt-in, nicht automatischDie Verknüpfung wird pro Yacht nur auf Anfrage aktiviert, ein Eigner oder eine Verwaltungsgesellschaft muss also wissen, dass sie sie vor der Angebotseinreichung anfordern muss.
  • Nur eine WerftgruppeSie bindet Pinpoint Works ausschließlich an MB92s zwei Werften; ein Schiff, das anderswo im Refit ist, erhält keine vergleichbare Verknüpfung, sofern diese Werft nicht eine eigene baut.
  • Noch keine unabhängigen Vorher-Nachher-ZahlenBeide Unternehmen beschreiben, was die Integration leisten soll; keines hat bisher ein gemessenes Ergebnis aus einem abgeschlossenen Projekt damit veröffentlicht.

Praktische Angaben

MB92 verknüpft Volys Pinpoint Works mit seinem Kundenportal
Was sich geändert hatPinpoint-Works-Arbeitslisten werden jetzt direkt in MB92s Kundenportal The Bridge übertragen, statt von Hand neu eingegeben zu werden
Wo es giltNur bei MB92s Refit-Werften in Barcelona und La Ciotat
Wie es eingerichtet wirdPro Yacht, auf Anfrage, nicht automatisch aktiviert
Kosten für den EignerKeine gesonderte Gebühr von einem der beiden Unternehmen genannt; eingebunden in bestehende Vereinbarungen mit MB92 und Voly
Erfolgsbilanz von The BridgeSeit 26. März 2024 im Einsatz; MB92 gibt mehr als 480 abgewickelte Projekte an
Volys ReichweiteSoftware hinter mehr als 2.000 Schiffen und rund 80 Prozent der Yachten über 80 Meter, laut Voly

Fragen, die dieser Beitrag beantwortet

Was ist geschehen?

MB92 Group und Voly haben Volys Arbeitslisten-Plattform Pinpoint Works direkt mit MB92s Kundenportal The Bridge verbunden, sodass eine einmal erstellte Refit-Arbeitsliste das Angebotsteam der Werft erreicht, ohne erneut abgetippt zu werden. Für einen Eigner ist das der Unterschied zwischen einem Angebot, das den tatsächlichen Auftrag widerspiegelt, und einem, das auf einer Zusammenfassung davon beruht.

Was spricht dafür?

Weniger doppelte Dateneingabe. Einmal in Pinpoint Works erstellte Arbeitslisten erreichen MB92s Angebotsteam ohne erneutes Abtippen, was laut beiden Unternehmen schnellere und genauere Angebote ergibt.

Worauf sollten Eigner und Käufer achten?

Opt-in, nicht automatisch. Die Verknüpfung wird pro Yacht nur auf Anfrage aktiviert, ein Eigner oder eine Verwaltungsgesellschaft muss also wissen, dass sie sie vor der Angebotseinreichung anfordern muss.

Was berichten Eigner und Crew?

"Alle Vertragsdaten waren an einem Ort zur Durchsicht versammelt, und die Gegenüberstellung von akzeptierten Arbeiten zu angebotenen beziehungsweise ausstehenden Arbeiten ermöglichte eine bessere Bewertung von Projektauslastung und Budgetleistung." (Dean Smith, Director, Hampshire Marine (MB92 case study, March 2024))

Wer hat darüber berichtet?

Marine Industry News (Anna Cummins, 16 September 2026), BOAT International BOATPro (Conor Feasey, 14 September 2026), MB92 Group, Voly, Megayacht News (The Bridge launch coverage, March 2024).

Recherchiert aus Primärquellen: Marine Industry News (Anna Cummins, 16 September 2026), BOAT International BOATPro (Conor Feasey, 14 September 2026), MB92 Group, Voly, Megayacht News (The Bridge launch coverage, March 2024).
Yotters-RedaktionChefredakteur: Leon SolimanRedaktionelle Standards

We do this for everyone who loves this world. The people who have spent their lives in it, and the people just discovering it. Yotters exists so that what we learn belongs to all of them.

Nobody pays us for this. No ads, no sponsors, nothing for sale. We just believe the world is a little better when knowledge is shared instead of kept.

If it gave you something today, tell us to keep going. Follow us, leave a like, or write a positive comment. We read every one, and they are what keeps us going.

Was Sie erwartet

MB92 verknüpft Volys Pinpoint Works mit seinem Kundenportal
A yacht's bow overhangs the hardstanding in low winter light, the kind of tight, high-value refit work the yard's expansion is designed to accommodate without losing capacity elsewhere.
A yacht's bow overhangs the hardstanding in low winter light, the kind of tight, high-value refit work the yard's expansion is designed to accommodate without losing capacity elsewhere.Photo: MB92 Barcelona (press material)
MB92 staff greet a client dockside at the Barcelona yard, part of the customer-facing side of a refit business built on repeat, high-value projects.
MB92 staff greet a client dockside at the Barcelona yard, part of the customer-facing side of a refit business built on repeat, high-value projects.Photo: MB92 Barcelona (press material)
An aerial view over MB92 Barcelona's dry dock and hardstanding, the yard where the new EUR 40m investment programme will add 4,000 square metres of working area.
An aerial view over MB92 Barcelona's dry dock and hardstanding, the yard where the new EUR 40m investment programme will add 4,000 square metres of working area.Photo: MB92 Barcelona (press material)

Ähnliche Artikel

Refit & Werften

2-Ladies-Refit erneuert Rumpf und Decks, lässt das Interieur unangetastet

Refit & Werften

Palumbo tauft sein Refit-Geschäft in Upfit um und setzt auf das ganze Yachtleben

Refit & Werften

Amels 242 Synthesis kommt aus dem Refit mit EUR 132-Mio.-Preis

Das Yotters Briefing

Die Yachtwelt, jeden Morgen gelesen.

Die Themen, die die Yachtwelt bewegen, bevor der Markt sich bewegt. Lesen Sie mit den Eignern, Brokern und Werften, die den Tag mit Yotters beginnen.