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Spanien kann jetzt eine 100-Meter-Yacht heben, und Palma hat sich an diesen Lift gebunden

VMG Astilleros de Sagunto hat bei Valencia einen Pearlson-Schiffslift mit 5.000 Tonnen Tragkraft und einer Plattform von 102 mal 22 Metern in Betrieb genommen und darauf die erste Yacht aufgesetzt. Astilleros de Mallorca hat eine strategische Vereinbarung mit der Werft unterzeichnet und gibt dem Betrieb in Palma damit einen Platz für Schiffe, die er bisher nicht bedienen konnte. Für Eigner im westlichen Mittelmeer entsteht so eine echte Alternative zu Barcelona und La Ciotat, wenn es um die größten Rümpfe geht.
29. April 20264 Min. LesezeitYotters-RedaktionRedigiert von Leon Soliman

Der Lift selbst

Geliefert wurde der Schiffslift von der Pearlson Shiplift Corporation, er steht auf dem VMG-Gelände im Handelshafen von Sagunto nördlich von Valencia. Die Hebeplattform misst 102 mal 22 Meter, ausgelegt ist die Anlage auf 5.000 Tonnen. VMG bezeichnet sie als das weltweit größte ausschließlich für Yachten gebaute Schiffslift-Trockendock und nennt eine maximale Yachtlänge von 125 Metern über alles. In der Mitteilung zum mallorquinischen Bündnis war von 115 Metern die Rede, die genaue Obergrenze ist also eine Frage an die Werft und keine feststehende Zahl.

Die Plattform nutzt die durchgehende Konstruktion von Pearlson, die sich als eine einzige Hebeeinheit verhält und die Lasten beim Aufslippen über die ganze Rumpflänge gleichmäßig halten soll. Aus dem Wasser gehoben werden die Schiffe auf selbstfahrenden Modultransportern zu ebenerdigen Reparaturliegeplätzen gefahren, verteilt auf mehr als 76.000 Quadratmeter Hartfläche. Werftleiter Fernando Alcalde nannte die Anlage einen wichtigen Meilenstein in der Infrastruktur des Betriebs.

Warum die Vereinbarung mit Mallorca die eigentliche Nachricht ist

Ein Lift für sich genommen ist ein Stück Technik. Dass Astilleros de Mallorca Ende April eine strategische Vereinbarung mit VMG unterzeichnet hat, macht daraus erst eine Option, die ein Eigner nutzen kann. Astilleros de Mallorca ist das seit langem etablierte Refit-Haus in Palma, daneben liegt die STP-Werft mit 1.600 Tonnen Hebekapazität und Liegeplätzen für Yachten bis 120 Meter, dazu kommen Büros in der Marina Port Tarraco und bei IGY Malaga.

Die erklärte Wirkung ist, dass Astilleros de Mallorca nun Aufträge an Yachten über 75 Meter annehmen kann, die Palma allein nicht unterbringen konnte, und dass Kunden entscheiden können, an welchem Standort ein Projekt läuft. Für einen Eigner ist das ein spürbarer Unterschied. Projektteam, Gewerke und Qualitätskontrolle bleiben bei einem Haus, mit dem er schon früher zu tun hatte, während die eigentliche Arbeit dort stattfindet, wo der Rumpf auch wirklich hineinpasst.

Was das an der Karte des westlichen Mittelmeers ändert

Bislang hatte ein Eigner mit einer 90-Meter-Yacht, der ein spanisches oder französisches Full-Service-Refit wollte, eine kurze Liste. Den größten Teil davon nahmen MB92 in Barcelona und La Ciotat auf, Palma war durch die Hebekapazität begrenzt, und Genua und Livorno zogen die in Italien gebaute Flotte an. Ein 5.000-Tonnen-Lift auf dem spanischen Festland mit 76.800 Quadratmetern dahinter verändert den Zuschnitt dieser Liste.

Wettbewerb um Kapazität ist das Einzige, was die Preise im Refit verlässlich bewegt. Werften kalkulieren gegen die Alternative, die ein Eigner tatsächlich hat, und für die größten Schiffe gab es davon nicht viele. Sagunto liegt zudem an einem Handelshafen mit schwerindustrieller Infrastruktur und Straßenanbindung, weshalb Stahl- und Lackarbeiten dort in der Regel günstiger sind als in einer Marina-Werft in bester Wasserlage.

Die Fragen vor der Buchung

Neue Werften misst man an ihrem dritten Projekt, nicht am ersten. In Sagunto lohnt sich der Blick darauf, wie tief die örtliche Basis an Subunternehmern für Tischlerei und Lack ist, ob die Werft einen Festpreis mit Vertragsstrafen zeichnet und wie die Arbeitskräfte gestellt werden. Valencia hat eine industrielle Belegschaft. Was es noch nicht hat, ist die Dichte an spezialisierten Yachtgewerken wie in Palma oder Barcelona.

Die zweite Frage ist die Logistik. Sagunto ist ein arbeitender Handelshafen, eine Yacht teilt sich also die Zufahrt mit dem Frachtverkehr und den Werftplan mit den kommerziellen Kunden des Hauses. Wer Wert auf Diskretion legt, sollte gezielt nach Abschirmung, Zugangskontrolle und der Lage des Schiffs gegenüber der öffentlichen Kaimauer fragen. Auf der Papierseite bleibt Spanien EU-Gebiet, Mehrwertsteuer und vorübergehende Verwendung müssen also geklärt sein, bevor das Schiff eintrifft, und nicht danach.

Recherchiert aus Primärquellen: SuperyachtNews, SuperYacht Times, Pasion por el Mar, BOAT International, VMG Astilleros de Sagunto, Astilleros de Mallorca, Pearlson Shiplift Corporation.
Yotters-RedaktionChefredakteur: Leon SolimanRedaktionelle Standards

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