Superhawk 55

- Länge über alles: 17,13 m (56 ft 2 in)
- Breite: 4,93 m (16 ft 2 in)
- Tiefgang: 1,43 m (4 ft 8 in)
- Motoren: zwei Volvo Penta IPS 950, 2 x 725 PS
- Höchstgeschwindigkeit: bis zu 38 Knoten
- Tankinhalt: 1.800 Liter
- Kabinen: 2, beide mit eigenem Bad
- Verdrängung 26.100 kg, Weltpremiere boot Düsseldorf 2023

Ein Rennname, zurückgeholt in voller Größe
Der Name Superhawk hat bei Sunseeker Gewicht. Don Sheads ursprüngliche Superhawks der späten 1990er-Jahre waren flache, schnelle offene Sportboote, und die Superhawk 34 erlangte durch ihren Auftritt im Bond-Film The World Is Not Enough bleibenden Ruhm. Die 55 ist das erste Modell, das den Namen seit rund einem Jahrzehnt trägt, und mit 17,13 Metern ist sie die bislang größte. Sie steht in der Performance-Gruppe als Freiluft-Gegenstück zur geschlossenen Predator 55.
Diese Paarung ist Absicht. Superhawk und Predator 55 teilen Rumpf und Antriebsstrang, sodass Sunseeker eine Plattform in zwei Stimmungen anbieten kann. Die Superhawk lässt das Dach weg und die Bordwände flach und sucht das offene Fahrgefühl, das die früheren Boote unvergesslich machte. Sie liest sich als sonnenhungrige Tagesyacht mit echten Fahrtenmanieren und nicht als entkerntes Rennboot.
Flache Bordwände und ein Walkaround-Deck
Die Superhawk 55 ist um das Erlebnis im Freien herum gebaut. Das ebenerdige Deck läuft als Walkaround, mit niedrigen Schanzkleidern, die die Sichtlinien frei halten und den Fahrtwind durchlassen. Eine große Sonnenfläche und ein geselliges Cockpit bestimmen den Grundriss über Deck, bei Bedarf beschattet von einem Verdeck statt von einem festen Hardtop. Die Linie ist klarer und weniger aggressiv als bei Sheads keilförmigen Originalen und folgt der aktuellen Sunseeker-Handschrift.
Details lohnen den zweiten Blick. Der Heckspiegel öffnet sich zu einer Badeplattform, die das nutzbare Deck vor Anker erweitert, und der Steuerstand sitzt hinter einer umlaufenden Scheibe, die unter Fahrt Schutz gibt. Tiefe Rumpffenster bringen Tageslicht nach unten, ohne das sportliche Profil zu brechen. Die Verdrängung wird mit 26.100 Kilogramm angegeben, was für ein offenes Boot dieser Länge erheblich ist und zeigt, wie solide es gebaut ist.
Die bislang größte Superhawk, ein offener Kreuzer, der einen vor einem Jahrzehnt zuletzt gesehenen Namen zurückbringt.
Zwei Kabinen unter einem offenen Deck
Die Unterbringung ist auf ein Paar angelegt, das tagsüber fährt und nachts an Bord bleibt. Die Superhawk 55 hat zwei Kabinen, jede mit eigenem Bad, was den Schwerpunkt auf Qualität statt auf Kojenzahl legt. Das Unterdeck ist auf demselben Niveau ausgeführt wie bei Sunseekers geschlossenen Modellen, mit hellen Oberflächen und großzügiger Verglasung, die den knappen Grundriss ausgleichen. Das ist ein Boot, das das Deck als Hauptwohnraum behandelt und die Kabinen als bequemen Rückzug.
Weil die Superhawk ihr Volumen dem offenen Deck gibt, ist das Interieur bewusst intim. Ein Tankinhalt von 1.800 Litern und ein Frischwassertank von 430 Litern tragen Wochenendfahrten statt langer Schläge. Pantry und Nasszellen sind für höchstens zwei Paare bemessen. Wer von einem kleineren offenen Boot aufsteigt, findet die Unterbringung als klaren Schritt nach vorn, ohne dass sie vorgäbe, ein Flybridge-Kreuzer zu sein.
IPS-Antrieb und bis zu 38 Knoten
Die Superhawk 55 fährt zwei Volvo Penta IPS 950-Pods, jeweils ein D11-Diesel mit 725 PS, abgestimmt auf einen Rumpf, der eigens für Pod-Antrieb geformt ist. Sunseeker nennt eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 38 Knoten, eine Spur höher als bei der geschlossenen Predator 55 auf derselben Plattform. Unabhängige Tester haben angedeutet, dass die Angabe in kühlem Wasser bei halber Beladung konservativ sei, und auf 40 Knoten unter den richtigen Bedingungen hingewiesen. Die Pods bringen Joystick-Manöver und die ruhige Kontrolle bei langsamer Fahrt, für die IPS bekannt ist.
Die technischen Entscheidungen dienen dem Auftrag als offener Kreuzer. Pod-Antriebe sitzen weit achtern und geben Decksvolumen frei, was zu einem Boot passt, das draußen lebt. Sie senken zudem Geräusch und Vibration auf schneller Marschfahrt, sodass Gespräche an offenem Deck leicht bleiben. Für eine Werft, deren Superhawk-Erbe ganz vom Tempo handelte, tauscht das moderne Boot ein wenig Höchstgeschwindigkeit gegen deutlich bessere Manieren.
Für den Sonnenhungrigen, der das Dach weglassen will
Die Superhawk 55 ist für den Eigner, der in warmen Breiten fährt und nichts zwischen sich und dem Himmel haben will. Sie belohnt mediterrane und vergleichbare Bedingungen, in denen ein offenes Deck ein Gewinn und kein Kompromiss ist. Gegen offene Kreuzer der italienischen Werften bietet sie einen Namen mit Geschichte, britische Bauqualität und die Praxistauglichkeit von IPS. Wegen der geteilten Plattform wägt ein Käufer sie direkt gegen die geschlossene Predator 55 ab.
Als Wiederbelebung leistet die 55 auch Markenarbeit für Sunseeker und hält einen berühmten Namen im aktuellen Katalog. Sie spricht Käufer an, die ebenso auf das Erbe wie auf das Datenblatt schauen. Der Wiederverkauf dürfte von der Bekanntheit profitieren, die der Name Superhawk noch immer trägt. Für die meisten Interessenten entscheiden am Ende das Klima und die Frage, wie oft das Dach offen bleiben soll.
Design
- Exterieurdesign: Sunseeker Design / Don Shead (heritage performance hull)
- Interieurdesign: Sunseeker
- Konstruktion: Sunseeker / Don Shead
Für wen: Für den Warmwasser-Eigner, der ein offenes Walkaround-Tagesboot mit echtem Fahrtenkomfort und einem Namen mit Geschichte sucht.