25. Juli 2026 · Yotters, unabhängiger Yacht-Journalismus
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Amels · Limited Editions

Amels 60

Die Amels 60 eröffnete die nächste Generation der Limited Editions und führte die Baureihe zu einem metrischen Namen und einem neuen Designpartner. Espen Oeino ersetzte das vertraute Heywood-Profil durch einen kühneren, geometrischeren Auftritt. Hybridantrieb und schnelle Ablieferung machten sie zu einer der gefragtesten Plattformen der Werft.
MotorSemi-custom hybrid displacement motor yacht60 m LOA2026
Foto: Damen Yachting / Amels
Amels 60 profile drawing
Profil

Eine neue Generation, ein neuer Name

Die 60 markierte einen bewussten Neustart für das Programm Limited Editions. Wo die klassischen Modelle ihre Namen aus der Länge in Fuß bezogen, kam diese Plattform mit einem metrischen Kürzel, das seither die Benennungskonvention der neueren Baureihe ist. 2019 eingeführt, hielt sie das Semi-Custom-Versprechen aus fester Plattform und persönlicher Ausgestaltung. Was sich änderte, waren die Gestaltung und das Antriebsdenken. Alles, was Eigner an den früheren Booten geschätzt hatten, kam unversehrt herüber.

Der Neustart trug kaufmännisch. Die erste Einheit, COME TOGETHER, wurde 2022 abgeliefert, und bis 2026 hatten rund neun Exemplare Vlissingen verlassen, weitere im Bau. Die 60 hat unterwegs Branchenauszeichnungen eingesammelt. Sie zeigte, dass die Formel der Limited Editions eine frische Formensprache tragen kann, ohne ihren Kern zu verlieren. Für eine Plattform vom weißen Blatt war diese frühe Bilanz ungewöhnlich sicher.

Espen Oeino schärft den Auftritt

Espen Oeino an Bord zu holen gab der 60 eine ganz andere Präsenz als den Heywood-Klassikern. Die Linien sind kühner, und die geometrischen Fensterformen sind zu einem wiedererkennbaren Markenzeichen der Plattform geworden. Das Profil liest sich zeitgenössisch und leicht selbstbewusst statt zurückhaltend. Es war das Signal, dass die neue Baureihe nach vorn blickt, statt der Vergangenheit nachzuhallen. Der Handwechsel markierte einen klaren Generationsbruch für die Baureihe.

Das Leben im Freien wurde in der Decksgestaltung stark betont. Ein großes Sonnendeck und ein Beach Club an der Wasserlinie geben den Gästen eine enge Verbindung zum Meer. Ein geschützter Achterbereich auf dem Hauptdeck fügt einen weiteren Treffpunkt aus dem Wind hinzu. Die Konstruktion von Damen Yachting trägt diese Flächen, ohne die Länge über 60 Meter hinaus aufzublähen. Das Ergebnis wirkt an Deck größer, als es die Länge allein verspricht.

Die 60 setzte die Limited Editions neu auf, mit metrischem Namen, einem Profil von Espen Oeino und Hybridantrieb.

Volumen über ihrer Länge

Mit rund 853 GT trägt die 60 spürbar mehr Innenvolumen, als ihre 60 Meter Länge vermuten lassen. Amels bietet Interieuroptionen statt eines einzigen festen Schemas: Harrison Eidsgaard liefert den Basisentwurf, und Studios wie Laura Sessa und Winch Design stehen Eignern offen, die eine eigene Handschrift wollen. Ein Eignerbereich über die volle Breite gehört zu den Standardhöhepunkten. Die Anordnungen beherbergen 12 Gäste in Komfort. Die Wahl des Studios lässt jeden Eigner innerhalb derselben Hülle einen eigenen Ton setzen.

Das Mehrvolumen zeigt sich in den Deckshöhen und in der Großzügigkeit der Gesellschaftsbereiche. Weil die Plattform von Anfang an auf hohes Volumen gezeichnet wurde, gewinnen Gestalter Spielraum ohne strukturelle Kompromisse. Ein Crewbereich für ein Dutzend Personen hält den Service unaufdringlich. Das Interieur wirkt näher an einer größeren Yacht, als es die Wasserlinienlänge nahelegt. Natürliches Licht war bei der Anordnung des Volumens erkennbar eine Priorität.

Hybrid im Kern

Die 60 gehörte zu den Limited Editions, die den Hybridantrieb ins Zentrum ihrer Technik stellten. Rumpf aus Stahl und Aufbauten aus Aluminium folgen der Tradition der Werft, doch die Maschinenanlage stellt neben die Diesel einen elektrischen Antrieb. Im reinen Elektrobetrieb kann sich die Yacht mit rund sieben Knoten bewegen, nützlich für stille Nächte vor Anker und langsame Fahrt. Das System zielt auf Effizienz und weniger Geräusch statt auf reine Geschwindigkeit. Für einen Eigner, der langsam fährt und oft ankert, passt dieser Tausch gut zum Lastenheft.

Unter Dieselantrieb liegt die Höchstgeschwindigkeit nahe 15,5 Knoten, mit einer wirtschaftlichen Marschfahrt um 12 Knoten. Die Reichweite bei dieser Marschfahrt erreicht rund 5.000 Seemeilen, bequem hochseetauglich. Die Hybridanordnung senkt zudem die Betriebsstunden der Hauptmaschinen, was Eigner bei Treibstoff und Wartung merken. Sie spiegelt eine breitere Verschiebung im Markt hin zu leiserem, saubererem Betrieb. Die 60 kam, als Käufer begannen, härtere Fragen zur Effizienz zu stellen.

Wer eine 60 kauft

Die 60 passt zu Eignern, die das aktuelle Designdenken wollen, ohne einen Full-Custom-Bau in Auftrag zu geben. Ihre Auszeichnungen und ihre Hybridargumente sprechen Käufer an, denen Effizienz und ein modernes Profil wichtig sind. Die schnelle, berechenbare Ablieferung bleibt ein großer Anreiz für jene, die kein Mehrjahreswarten wollen. Charterbetreiber haben sie ebenfalls angenommen. Die Mischung aus modernem Auftritt und geringeren Emissionen ließ sich leicht erzählen.

Die Nachfrage war stark genug, um in Vlissingen eine stetige Fertigung am Laufen zu halten. Am Markt lebt die 60 von ihrer zeitgenössischen Gestaltung und ihrem umweltorientierten Antrieb, die beide aktuell und nicht überholt wirken. Eigner, die von älteren Superyachten herüberwechseln, schätzen oft den geringeren Betriebsfußabdruck. Sie ist zu einem der prägenden Boote der modernen Limited-Editions-Ära geworden. Nur wenige jüngere Semi-Custom-Plattformen haben ihr Publikum so schnell gefunden.

Design

Für wen: Für Eigner, die aktuelles Design und Hybrideffizienz auf einer schnellen, berechenbaren Semi-Custom-Plattform wollen, und für Charterbetreiber.

Modellprofil, zusammengestellt von Yotters aus Angaben von Amels und öffentlichen Quellen. Bildnachweis wie angegeben.
Yotters-RedaktionChefredakteur: Leon SolimanRedaktionelle Standards

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