Amels geht auf das Jahr 1918 zurück, als Kees Amels im nordniederländischen Makkum eine kleine Werft eröffnete. In den ersten Jahrzehnten baute der Betrieb Arbeitsboote und kommerzielle Rümpfe, keine Yachten. Der Schwenk zum Yachtbau kam Anfang der 1980er Jahre, und 1982 hatte die Werft die 48 Meter lange Katalina zu Wasser gelassen. Diese Weichenstellung bestimmte alles, was danach folgte.
1991 schloss sich das Familienunternehmen der Damen Shipyards Group an, einem der größten Schiffbaukonzerne der Niederlande. Der Name Amels blieb erhalten, und das war wichtig, denn er stand bereits für stille Qualität. Der Standort Makkum arbeitete noch Jahre weiter, bevor sich der Yachtbetrieb in den größeren Anlagen in Vlissingen einrichtete. Dieser Hafen an der Scheldemündung ist bis heute das Zentrum des Yachtgeschäfts.
Der prägende Schritt kam 2005 mit dem Start des Konzepts Limited Editions. Statt jede Superyacht auf einem weißen Blatt zu beginnen, entwickelte Amels eine Reihe erprobter Plattformen, die ein Eigner innerhalb eines festen Rahmens personalisieren konnte. Konstruktion und Maschinenanordnung waren im Voraus festgelegt. Offen blieben das Interieur und ein gewisses Maß an äußerem Detail.
Die kaufmännische Logik war einfach. Der Käufer bekam einen kürzeren und berechenbareren Bau. Das Leistungsfenster stand vorab fest, und der Wiederverkaufswert wurde von einer anerkannten Serie getragen. Der britische Designer Tim Heywood zeichnete die Außenlinien der ursprünglichen Baureihe und gab den Booten ein einheitliches Bild aus langen Bügen und niedrigen Aufbauten. Dutzende Einheiten folgten in Längen von rund 55 bis 83 Metern.
Damen ist eine 1927 gegründete Familiengruppe mit weltweiter Präsenz im Handels- und Marineschiffbau. Diese Herkunft verschafft dem Yachtarm Zugang zu industrieller Entwicklung und einer Lieferkette, mit der eine eigenständige Werft nur schwer mithalten könnte. In der Praxis heißt das: Hinter einem Amels-Eigner stehen die Mittel eines sehr großen Schiffbauers. Das Refit- und Servicegeschäft profitiert auf dieselbe Weise.
In den vergangenen Jahren tritt der Yachtbetrieb unter dem Namen Damen Yachting auf, der die Amels-Superyachten und die Expeditionsbaureihe SeaXplorer unter einem Dach zusammenführt. Das Programm Limited Editions ist bei den neueren Plattformen zudem auf eine metrische Benennung übergegangen, sodass Amels 60 und Amels 80 neben den älteren, nach Fuß benannten Modellen stehen. Die Linie bleibt dieselbe. Der Käufer bekommt eine Semi-Custom-Yacht auf einer durchkonstruierten Plattform mit niederländischem Bau dahinter.
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