Motopanfilo 37M

- Länge über alles 36,9 m (121 ft 1 in)
- Breite 7,8 m
- Tiefgang rund 1,96 m
- Verdrängung voll beladen rund 230 Tonnen, Volumen berichtet nahe 297 GT
- Rumpf GFK mit Carbonverstärkung
- Gäste bis zu 10 in 5 Kabinen, Crew 7
- Exterieurkonzept Francesco Struglia und Benetti, Interieur Lazzarini and Pickering, Konstruktion Ausonio
- Zwei MAN-Diesel, Reichweite nahe 3.800 nm bei 10 Knoten, erste Ablieferungen 2022
Ein Name, wiederbelebt aus den Sechzigern
Die Motopanfilo 37M ist ein bewusster Blick zurück in Benettis eigene Geschichte und belebt einen Modellnamen wieder, den die Werft in den 1960er Jahren führte. Statt die Vergangenheit zu kopieren, interpretiert sie Zeitzitate in einer modernen Composite-Yacht neu. Diese Verankerung im Erbe hebt sie von den betont zeitgenössischen Baureihen Oasis und B.Yond ab. Sie gab Benetti eine wärmere, nostalgischere Tonlage in einer Flotte, die zunehmend modern geworden war. Der Name selbst hat Gewicht für jeden, der den früheren Katalog der Werft kennt.
Das Modell traf auf Käufer, die eine Yacht mit Geschichte statt einer Technikschau suchten. Sie liest sich als durchdachtes Stück Design, das auf den klassischen italienischen Bootsbau verweist. Für die Werft erweiterte sie die emotionale Bandbreite des Programms. Die Motopanfilo spricht mehr über Geschmack und Herkunft als über Schlagzeilenmerkmale. Sie passt zu Eignern, die eine Yacht als handwerkliches Objekt sehen und nicht als Liste von Systemen.
Weiche Linien und ein Spiegel aus den Sechzigern
Das Exterieurkonzept stammt von Francesco Struglia in Zusammenarbeit mit Benetti, die Konstruktion von Pierluigi Ausonio. Die Formensprache ist sanft und gerundet, ein klarer Bruch mit dem kantigen Auftritt, der andernorts in der Baureihe üblich ist. Strukturspanten und ein integrierter Spiegel verweisen direkt auf klassische Boote der Epoche. Das Ergebnis wirkt handwerklich und persönlich statt seriengefertigt. Die gerundeten Aufbauten und der sanfte Deckssprung geben dem Schiff eine unverkennbar zeitgeprägte Silhouette.
Umlaufende Seitendecks geben dem Schiff ein altmodisches Gefühl von Nähe zum Wasser und lassen Gäste bequem um den Rumpf herumgehen. Die integrierte Badeplattform am Spiegel greift die Inspiration der Sechziger auf, die die Werft nennt. Die Proportionen bleiben bescheiden und menschlich im Maßstab. Das gesamte Exterieur bevorzugt Wärme vor Dramatik. Diese Seitendecks machen die Yacht am Steg wie in Fahrt leicht begehbar.
Eine moderne Composite-Yacht, die ihr Erbe aus den Sechzigern mit echter Überzeugung trägt.
Das Shell-Konzept von Lazzarini and Pickering
Im Inneren entwickelte Lazzarini and Pickering Architetti ein Shell-Konzept, geprägt von großen seitlichen Fenstern und sichtbaren Strukturspanten. Diese Detaillierung trägt das Thema des klassischen Bootes von außen nach innen. Die 37M bietet bis zu 10 Gästen in fünf Kabinen Platz, dazu sieben Crewmitgliedern in vier Kabinen. Licht flutet durch die großzügige Verglasung ins Interieur. Das Ergebnis ist ein helles, luftiges Interieur, das dem klassischen Lastenheft treu bleibt.
Die Materialpalette ist warm und haptisch gehalten, passend zum Lastenheft des Erbes. Die Wohnräume wirken intim statt höhlenartig, was zum Charakter des Schiffes passt. Die Anordnung behandelt das Interieur als Fortsetzung der äußeren Erzählung und nicht als eigene Welt. Es ist ein stimmiger Entwurf von Bug bis Heck. Benetti bietet den üblichen Spielraum, Oberflächen im Rahmen des Modellcharakters zu personalisieren.
Composite-Verdränger, entspannte Reichweite
Die Motopanfilo ist in GFK mit Carbonverstärkung gebaut und fährt auf einem Verdrängerrumpf von 36,9 Metern Länge und 7,8 Metern Breite. Die Verdrängung liegt voll beladen bei rund 230 Tonnen, bei einem geringen Tiefgang nahe 2 Metern, was den Zugang zu küstennahen Ankerplätzen erleichtert. Zwei MAN-Diesel ergeben eine komfortable Marschfahrt um 12 Knoten und eine Reichweite nahe 3.800 Seemeilen bei 10 Knoten. Die berichtete Höchstgeschwindigkeit reicht in den oberen Zehnerbereich. Der geringe Tiefgang ist ein echter Vorteil in flachen Mittelmeerbuchten und an Liegeplätzen in Marinas.
Das ist eine unkomplizierte Fahrtenplattform und kein Performance- oder Expeditionsschiff. Der geringe Tiefgang und die maßvollen Proportionen machen sie für das Mittelmeer und ähnliche Küstenreviere geeignet. Das Volumen wird mit rund 297 GT angegeben. Die Technik stützt den entspannten, vom Erbe geprägten Charakter des Schiffes, statt eine einzelne Kennzahl zu treiben. Eigner bekommen verlässliches, unaufgeregtes Fahren statt Rekordwerte.
Zu wem die Motopanfilo passt
Die Motopanfilo 37M passt zu einem Eigner mit Faible für klassisches Design, dem Komfort und Charakter wichtiger sind als Technikspielerei. Sie belohnt unaufgeregtes Küstenfahren und lange Mittagessen vor Anker. Käufer schätzen in der Regel die Geschichte hinter dem Erbe und die Handschrift von Lazzarini and Pickering. Das Schiff ist für geschmackssichere Eigner gemacht und nicht für Datenblatt-Käufer. Dieses Interieur wird oft als ein Hauptgrund genannt, warum Käufer sich für das Modell entscheiden.
Am Markt besetzt sie eine eigene Nische, denn wenige Serienyachten dieser Größe bekennen sich so klar zu einer klassischen Idee. Das gibt ihr eine deutliche Identität gegenüber moderneren Wettbewerbern. Die ersten Einheiten wurden ab 2022 abgeliefert, sodass inzwischen ein kleiner Brokerage-Bestand existiert. Für den richtigen Eigner ist ihr Charme der ganze Punkt. Wenige Schiffe dieser Länge verlangen einem Eigner so wenig ab und geben ihm so viel Charakter zurück.
Design
- Exterieurdesign: Francesco Struglia (concept & exterior, with Benetti)
- Interieurdesign: Lazzarini Pickering Architects
- Konstruktion: Benetti with Pierluigi Ausonio
Für wen: Ein designbewusster Eigner, der klassischen italienischen Charakter und entspanntes Küstenfahren höher schätzt als Technik oder maximales Volumen.