Princess X95

- Länge über alles: 29,10 m (95ft 6in)
- Breite: 6,77 m (22ft 3in)
- Tiefgang: 2,01 m
- Verdrängung: 118 Tonnen (voll beladen)
- Motoren: zwei MAN V12, 1.900 hp
- Höchstgeschwindigkeit: 23,7 Knoten (Marschfahrt 18,6 Knoten)
- Design: Olesinski / Princess / Pininfarina
- Kraftstoff: 13.400 Liter (450 nm bei Marschfahrt, über 2.000 nm bei 10 Knoten)
Die erste X Class
Die X95 eröffnete die X Class und bleibt deren bestimmende Aussage. 2019 erstmals auf der Boot Dusseldorf gezeigt, brach sie mit jeder Princess davor durch einen Widebody-Rumpf und ein fast über die ganze Länge reichendes Oberdeck. Princess nannte das Konzept Super Flybridge und stellte es als neue Art vor, eine 29 Meter Plattform zu nutzen. Sie teilt ihre Länge mit der Y95, nutzt diese Länge aber auf völlig andere Weise.
Die X95 ist ein breiteres und offeneres Boot, gebaut, um das Volumen über alle drei Decks zu maximieren. Princess richtete sie auf Eigner, denen Wohnraum mehr wert ist als die letzten Knoten Geschwindigkeit. Die von ihr begründete Klasse ist seither gewachsen, doch die 95 setzte die Vorlage. Sie gab der Werft eine wirklich neue Silhouette, die sie über der F Class anbieten konnte, und die Wettbewerber nahmen Notiz. Sie liest sich als die kühnste einzelne Idee der modernen Princess-Baureihe.
Die Widebody Super Flybridge
Die X95 trägt ein erhöhtes Steuerhaus, das das gesamte Hauptdeck für die Innennutzung freimacht. Darüber läuft eine Flybridge fast über die volle Länge des Bootes, woher der Name Super Flybridge stammt. Das Exterieur ist mit großen Flächen getönten Glases und nach innen geneigten Scheiben gekleidet, die dem Rumpf sein unverwechselbares Gesicht geben. Der erhöhte Steuerstand verbessert zudem die Sicht nach vorn, was Eigner schätzen, die selbst fahren. Das Styling kam aus dem Princess-Studio mit Beiträgen von Pininfarina.
Das Oberdeck hält eine Reihe offener und geschützter Zonen, von einer Lounge achtern bis zu einem Bereich im Bug mit optionalem Whirlpool. Dieser Platz im Bug gibt Eignern eine private Sonnenfläche weit weg von der Runde achtern. Princess gibt an, dass das Format weit mehr Innenraum bietet als eine herkömmliche Flybridge-Yacht ähnlicher Länge. Die Widebody-Form schiebt die Unterbringung auf jeder Ebene nach außen zu den Rumpfseiten. Der gesamte Entwurf dient einem klaren Ziel, nämlich Länge in nutzbaren Raum zu verwandeln.
Das Boot, das neu geschrieben hat, was eine Princess-Flybridge sein kann, mit fast dem ganzen Deck oben.
Volumen auf jedem Deck
Die X95 bietet innen ungewöhnliche Flexibilität, beginnend mit einer optionalen Eignersuite auf dem Hauptdeck, umschlossen von hohen Fenstern. Wer möchte, kann diesen Raum stattdessen als Pantry und Essbereich oder sogar als Kino bestellen. Das Unterdeck trägt dann eine VIP-Kabine vorn und eine Kabine mittschiffs, dazu je nach gewähltem Layout weitere Gästezimmer. Diese Eignersuite auf dem Hauptdeck ist in dieser Länge selten und das klarste Zeichen des Widebody-Denkens. Wenige Boote dieser Größe geben einem Eigner so viele Wege, den Plan zu ordnen.
Die Stehhöhe erreicht in der Eignerkabine 2,08 Meter und bleibt durchweg großzügig, ein direkter Vorteil des Widebody-Rumpfes. Die Crewbereiche liegen nahe einem optionalen Beach Club am Heck und halten den Service diskret. Das Innenvolumen ist die Schlagzeile des Bootes, und jedes Deck wirkt größer, als die Länge vermuten lässt. Verarbeitung und Detail folgen dem Standard, den Princess über seine größeren Boote setzt.
Effizienz vor Tempo
Zwei MAN V12 Motoren mit je 1.900 hp geben der X95 eine Höchstgeschwindigkeit von 23,7 Knoten und eine Marschfahrt von 18,6. Die Werte liegen unter denen der Y95, was der bewusste Preis für Volumen und Gewicht des Widebody ist. Ein mit Olesinski entwickelter wellendurchdringender Bug macht den Deep-V-Rumpf effizienter als eine Standardform gleicher Größe. Flossenstabilisatoren halten das Boot ruhig, und es hielt in den Händen der Tester zuverlässig Kurs.
Ein Tankinhalt von 13.400 Litern gibt eine Reichweite von etwa 450 Seemeilen bei Marschfahrt und über 2.000 bei ruhigen 10 Knoten. Diese Reichweite bei langsamer Fahrt macht die X95 zu einem fähigen Langstreckenboot für Eigner ohne Eile. Die Technik nimmt eine bescheidene Höchstgeschwindigkeit in Kauf und tauscht sie gegen Raum und Sparsamkeit bei entspanntem Tempo. Eigner, die ruhigen Fortschritt über Tempo stellen, finden den Tausch meist gut abgewogen. Sie passt zu einem Fahrstil, der um Komfort statt um Eile gebaut ist.
Für wen sie passt
Die X95 passt zum Eigner, der Wohnraum über Geschwindigkeit stellt und ein Boot will, das auf dem Wasser heraussticht. Ihr Widebody-Volumen und die flexiblen Layouts belohnen jene, die echte Zeit an Bord mit Familie und Gästen verbringen. Käufer, die kühnes, modernes Design suchen, finden in dieser Länge kaum etwas Vergleichbares. Sie verlangt von ihrem Eigner, eine andere Vorstellung davon anzunehmen, was eine Flybridge-Yacht sein kann.
Im Markt konkurriert die X95 ebenso mit Crossover- und Explorer-Yachten wie mit klassischen Flybridges. Ihr eigenes Argument ist die Super Flybridge selbst, ein Format, dem Wettbewerber nur langsam gefolgt sind. Eigner, denen die Y95 zu vertraut war, wählen die X95 oft genau deshalb. Ihr Argument beim Wiederverkauf ruht darauf, jenes Boot zu sein, das der Werft eine ganze neue Klasse eröffnete. Sie bleibt das klarste Zeichen dafür, wohin Princess sein Designdenken zu treiben bereit ist.
Design
- Exterieurdesign: Pininfarina, with Princess Design Studio
- Interieurdesign: Pininfarina (modular interior)
- Konstruktion: Bernard Olesinski / Olesinski Ltd (Gerard Grandcourt, wave-piercing hull)
Für wen: Designbewusste Eigner, die Innen- und Außenvolumen über die Höchstgeschwindigkeit stellen, flexible Layouts auf dem Hauptdeck wollen und gern in entspanntem Tempo lange Strecken fahren.
Richtpreis: Neubau in der Basisversion mit rund 10,2 Mio. USD angegeben; Einheiten aus Brokerage und Gebrauchtmarkt etwa 8 Mio. USD bis 12,9 Mio. USD (ca. 8 Mio. EUR bis 11 Mio. EUR). Quelle: YachtBuyer / Fachpresse.