8. September 2026 · Yotters, unabhängiger Yacht-Journalismus
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Design & Eignervorgabe

ISA setzt mit der Amarcord 86 auf eine zweite unverkaufte Yacht

ISA hat mit der Amarcord 86 den zweiten Entwurf für die erst einen Monat alte Large Yacht Collection vorgestellt, ein 86-Meter-Design von Nuvolari Lenard auf einer Plattform, die die jahrelange Bauzeit einer Sonderanfertigung über 80 Meter verkürzen soll. Für keines der beiden Projekte gibt es bislang einen Käufer, weshalb der eigentliche Test - ob das Tempo-Versprechen den Kontakt mit einem echten Kunden übersteht - noch aussteht.
28. August 20264 Min. LesezeitYotters-RedaktionRedigiert von Leon Soliman
Her name on the transom as the lift lowers her, with Palumbo Superyachts' four brands - ISA, Columbus, Extra and Mondomarine - on the gantry above.
Her name on the transom as the lift lowers her, with Palumbo Superyachts' four brands - ISA, Columbus, Extra and Mondomarine - on the gantry above.Photo: ISA Yachts (press material)

What is ISA's Large Yacht Collection, and why does it matter to a buyer?

It is a new design platform from Palumbo Superyachts, ISA's parent, aimed at superyachts between 80 and 90 metres: a pre-engineered technical base that a client can dress in a fully custom exterior and interior, intended to shave years off the timeline of a from-scratch large build.

Palumbo Superyachts hat die ISA Large Yacht Collection am 30. Juli 2026 vorgestellt und sie als logischen nächsten Schritt nach drei bereits im Bau befindlichen großen ISA-Yachten beschrieben - ISA Custom 80, ISA Gran Turismo 80 und ISA Gran Turismo 100 - sowie der Erfahrung aus dem Bau der 80-Meter-Columbus-Classic-Yacht Dragon. Giuseppe Palumbo, Alleingeschäftsführer von Palumbo Superyachts, stellte dabei die Kunden in den Mittelpunkt: Jeder Eigner stelle sich seine Yacht anders vor, so Palumbo, und die neue Plattform solle genau das ohne Kompromisse Wirklichkeit werden lassen, indem sie volle Individualisierung mit der Stärke einer bereits einmal entwickelten technischen Basis verbindet.

Verkauft wird im Kern eine Arbeitsteilung. Schiffbautechnik, Struktur und Hauptsysteme werden einmal gelöst und dann wiederverwendet, während der jeweilige Designer - bislang bei beiden Projekten Nuvolari Lenard - frei bleibt, Rumpfcharakter, Deckaufteilung und Innenkonzept von Kunde zu Kunde zu ändern. Das ist die klassische Logik einer Semi-Custom-Plattform bei kleineren Yachten, erstmals von ISA ab 80 Metern angewandt - wo eine reine Sonderanfertigungswerft allein für Schiffbautechnik und Klassenzulassung oft mehrere Jahre braucht, bevor überhaupt Stahl geschnitten wird.

Seen from directly above, alongside at Ancona: a planing 38.8-metre hull with the beach club open aft and signal flags run the full length of the deck.
Seen from directly above, alongside at Ancona: a planing 38.8-metre hull with the beach club open aft and signal flags run the full length of the deck.Photo: ISA Yachts (press material)

What is Amarcord 86, and how does it differ from the first Amarcord 82?

Amarcord 86 is the platform's second interpretation - 86 metres long with a 13.6-metre beam, built around the idea that each deck carries its own mood through the day - where the debut Amarcord 82 was built around one continuous, open connection to the sea.

Die Amarcord 86 hat einen Stahlrumpf mit Aluminium-Aufbauten, bietet Platz für 12 Gäste in sechs Kabinen mit eigenem Bad plus einer separaten Crew-Kabine, und fährt mit 20 Mann Besatzung. ISA nennt eine Höchstgeschwindigkeit von 17 Knoten und eine Reichweite von 6.200 Seemeilen; eine zugehörige Marschgeschwindigkeit wurde nicht veröffentlicht. Nuvolari Lenards Auftrag war laut Werft, jedem Deck eine eigene Identität zu geben statt eines durchgängigen Themas - von direktem Kontakt zum Meer auf einer Ebene, über Privatsphäre auf der nächsten, bis zu Geselligkeit und Wellness auf einer dritten.

Das ist ein bewusster Gegenentwurf zur Amarcord 82, dem einen Monat zuvor vorgestellten ersten Projekt der Large Yacht Collection. Die 82-Meter-Yacht folgt stattdessen einer einzigen Idee: eine Heckplattform, die sich zum Meer öffnet und über zwei ausklappbare Balkone mit dem Beach Club verbunden ist, dazu ein glasbödiger Pool auf dem Hauptdeck, durch den Licht direkt in den darunterliegenden Beach Club fällt. Auch sie bietet 12 Gästen Platz, allerdings in fünf VIP-Kabinen plus einer eigenen Eignersuite von über 100 Quadratmetern. Zwei Rümpfe, ein Designbüro, eine technische Plattform, zwei völlig unterschiedliche Antworten auf dieselbe Grundfläche - genau das ist der Sinn der Übung, kein Zufall.

Fast Naan alongside after launch, her carbon-hardtop sundeck and the single port-side walkway to the bow both visible from this angle.
Fast Naan alongside after launch, her carbon-hardtop sundeck and the single port-side walkway to the bow both visible from this angle.Photo: ISA Yachts (press material)

Who designed Amarcord 86, and what does that name carry?

Nuvolari Lenard, the Italian design house behind both Amarcord projects, is a long-established name in large-yacht styling, and putting it on both hulls in one month is ISA's way of lending an established design signature to a shipyard still building its own reputation at this size.

ISA selbst betont den Namen hinter beiden Amarcord-Projekten: Nuvolari Lenard sei einer der angesehensten Namen im internationalen Yachtdesign und ein Sinnbild für die zeitlose Eleganz des Made in Italy. Für eine Plattform, deren zentrales Versprechen noch unbewiesen ist - eine erprobte technische Basis in einer Größenklasse, in der ISA noch keine einzige Ablieferung vorweisen kann - ist die etablierte Design-Handschrift ein Weg, sich Glaubwürdigkeit zu leihen, bevor sie durch Ergebnisse verdient wurde.

Es erlaubt ISA außerdem, schnell Bandbreite zu zeigen. Zwei völlig unterschiedliche Entwürfe über 80 Meter aus demselben Büro, innerhalb von rund einem Monat vorgestellt, sollen belegen, dass die Plattform tatsächlich wiederverwendbar ist und nicht nur ein Einzelstück, das als System verkauft wird - genau die Behauptung, auf der die ganze Kollektion steht. Ob ein dritter Entwurf von einem anderen Büro folgt, ist offen; bislang ist die Reihe ein Zweiteiler von Nuvolari Lenard.

Ancona's commercial port behind her in the lift - a working shipyard town, not a resort marina, which is where most of ISA's fleet is actually built.
Ancona's commercial port behind her in the lift - a working shipyard town, not a resort marina, which is where most of ISA's fleet is actually built.Photo: ISA Yachts (press material)

Does ISA have the delivery record to back the platform's speed claim?

Not yet at this size: Palumbo Superyachts has never delivered an ISA yacht at 80 metres or above, so the platform's proven-technical-base pitch rests on three large yachts still under construction rather than on a finished handover.

Die drei Projekte, auf die sich ISA als Fundament der Plattform beruft - ISA Custom 80, ISA Gran Turismo 80 und ISA Gran Turismo 100 - befinden sich alle noch im Bau, und der vierte Referenzpunkt, die 80-Meter-Columbus-Classic-Yacht Dragon, wurde unter der Schwestermarke von ISA gebaut, nicht unter dem ISA-Namen selbst. Das ist eine vernünftige Grundlage an Ingenieurswissen, aber es ist nicht dasselbe wie eine fertiggestellte ISA-Yacht ab 80 Metern auf dem Wasser - genau der Beweis, den ein vorsichtiger Käufer eigentlich sehen möchte, bevor er auf eine verkürzte Bauzeit setzt.

Der nächstliegende harte Beleg für tatsächlichen Durchsatz liegt deutlich unter dieser Größenklasse. Am 25. August 2026 lief in ISAs Werft in Ancona die Fast Naan vom Stapel, der erste Rumpf der 38,8-Meter-Baureihe Viper 130, gehoben vom Schuppen ins Wasser genau auf dem Palumbo-Superyachts-Gelände, auf dem auch die Large Yacht Collection gebaut werden soll. Das ist echter, aktueller Beleg dafür, dass die Werft einen Rumpf termingerecht von der Bauhalle zum Stapellauf bringen kann - nur eben noch nicht annähernd in der 80-Meter-Klasse, für die die neue Plattform tatsächlich verkauft wird.

Fast Naan's bow in ISA's travel lift at Ancona on 25 August 2026, the moment the first Viper 130 hull went from shed to water.
Fast Naan's bow in ISA's travel lift at Ancona on 25 August 2026, the moment the first Viper 130 hull went from shed to water.Photo: ISA Yachts (press material)

What is not yet public about Amarcord 82 and 86, and what should a buyer ask?

No price, no delivery slot and no signed client have been disclosed for either Amarcord project as of this writing, which means a serious buyer's first questions should be about contractual delivery dates and how much of the platform is genuinely pre-engineered rather than still on paper.

Weder für Amarcord 82 noch für Amarcord 86 sind bislang ein Preis, ein Bauplatz oder ein unterschriebener Kunde bekannt: Die verfügbaren Berichte über den Start der Kollektion und über die Amarcord 86 nennen weder einen Eigner noch einen Angebotspreis noch einen Bautermin für eines der beiden Projekte. Das ist normal für eine Plattform, die erst einen Monat öffentlich existiert - bedeutet aber auch, dass das zentrale Versprechen, volle Individualisierung auf erprobter Basis schneller als bei einer Sonderanfertigung, noch an keinem echten Vertrag, keinem echten Liefertermin und keiner echten Mängelliste eines Eigners gemessen wurde.

Für einen Eigner, der dies ernsthaft gegen eine reine Sonderanfertigung bei einer niederländischen oder deutschen Werft abwägt, lohnt sich die Plattform nur, wenn die gemeinsame Technik tatsächlich Jahre aus dem Zeitplan nimmt und nicht nur aus dem Werbetext. Der ehrliche Test vor einer Unterschrift: von ISA ein vertraglich fixiertes Ablieferungsdatum verlangen, gebunden an eine konkrete Baunummer, und fragen, welcher Anteil von Schiffbautechnik und Hauptsystemen heute wirklich fertig ist - und welcher erst entwickelt wird, sobald ein Kunde feststeht. Die Lücke zwischen diesen beiden Antworten ist die tatsächliche Bilanz der Plattform, nicht ihre Pressemitteilung.

Was gut ist und worauf zu achten ist

Stärken

  • Eine wirklich wiederverwendbare BasisZwei unterschiedliche Entwürfe über 80 Meter vom selben Designbüro innerhalb eines Monats sprechen dafür, dass die Plattform ein echtes System ist und kein als System verkauftes Einzelstück.
  • Individualisierung bleibt erhaltenDie gemeinsame technische Basis hat nicht verhindert, dass sich Amarcord 82 und 86 wie zwei verschiedene Yachten mit unterschiedlichem Gasterlebnis lesen, nicht wie Größenvarianten eines Entwurfs.
  • Eine etablierte Design-HandschriftNuvolari Lenards Leistungsbilanz verschafft der Plattform eine Abkürzung zur Glaubwürdigkeit, während ISAs eigene Bauhistorie ab 80 Metern erst noch entsteht.

Worauf zu achten ist

  • Keine fertiggestellte ISA-Ablieferung ab 80 MeternDas Versprechen einer erprobten technischen Basis stützt sich auf drei Yachten, die noch im Bau sind, nicht auf eine abgeschlossene Ablieferung in dieser Größenklasse.
  • Keines der beiden Projekte ist verkauftWeder für Amarcord 82 noch für Amarcord 86 sind Kunde, Preis oder Bauplatz bekannt, beide bleiben also Absichtserklärungen statt beauftragter Bauten.
  • Das Tempo-Versprechen ist unbewiesenEine verkürzte Bauzeit ist das ganze Verkaufsargument der Plattform, und das lässt sich erst prüfen, wenn ein erster Rumpf tatsächlich beauftragt und termingerecht abgeliefert wird.

Praktische Angaben

ISA setzt mit der Amarcord 86 auf eine zweite unverkaufte Yacht
Länge über alles86 Meter (Amarcord 86); 82 Meter (Amarcord 82)
Breite13,6 Meter (Amarcord 86)
Rumpf / AufbautenStahlrumpf, Aufbauten aus Aluminium
Gäste12, in sechs Kabinen mit eigenem Bad plus Crew-Kabine (Amarcord 86)
Besatzung20
Höchstgeschwindigkeit / Reichweite17 Knoten; 6.200 Seemeilen (Marschgeschwindigkeit nicht veröffentlicht)
DesignerNuvolari Lenard (Amarcord 82 und 86)
Werft / PlattformISA Yachts, unter Palumbo Superyachts; ISA Large Yacht Collection, 80-90 Meter
PreisFür keines der beiden Projekte veröffentlicht
Kunde / BauplatzBislang kein Kunde öffentlich bestätigt (Stand 28. August 2026)
Was nicht veröffentlicht istBruttoraumzahl GT, Marschgeschwindigkeit bei Reichweite, vertragliches Ablieferungsdatum

Fragen, die dieser Beitrag beantwortet

Was ist geschehen?

ISA hat mit der Amarcord 86 den zweiten Entwurf für die erst einen Monat alte Large Yacht Collection vorgestellt, ein 86-Meter-Design von Nuvolari Lenard auf einer Plattform, die die jahrelange Bauzeit einer Sonderanfertigung über 80 Meter verkürzen soll. Für keines der beiden Projekte gibt es bislang einen Käufer, weshalb der eigentliche Test - ob das Tempo-Versprechen den Kontakt mit einem echten Kunden übersteht - noch aussteht.

Was spricht dafür?

Eine wirklich wiederverwendbare Basis. Zwei unterschiedliche Entwürfe über 80 Meter vom selben Designbüro innerhalb eines Monats sprechen dafür, dass die Plattform ein echtes System ist und kein als System verkauftes Einzelstück.

Worauf sollten Eigner und Käufer achten?

Keine fertiggestellte ISA-Ablieferung ab 80 Metern. Das Versprechen einer erprobten technischen Basis stützt sich auf drei Yachten, die noch im Bau sind, nicht auf eine abgeschlossene Ablieferung in dieser Größenklasse.

Wer hat darüber berichtet?

ISA Yachts, BOAT International, SuperYacht Times, Megayacht News, Skipper ONDECK.

Recherchiert aus Primärquellen: ISA Yachts, BOAT International, SuperYacht Times, Megayacht News, Skipper ONDECK.
Yotters-RedaktionChefredakteur: Leon SolimanRedaktionelle Standards

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