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Nordhavn schließt seine Türkei-Linie nach 54 Einheiten, Formen zerstört

Pacific Asian Enterprises hat den Bau der Nordhavn 41 und 51 in Istanbul nach 54 Einheiten beendet, und die Formen für beide Modelle werden zerstört. Das Unternehmen verweist auf die türkische Inflation und eine Lira, die der Staat nach seiner Darstellung künstlich niedrig hält, und hat eigenes Kapital nachgeschossen, um die vereinbarten Preise für rund zehn bereits verkaufte Einheiten zu halten. Für jeden Nordhavn-Eigner, und für jeden, dessen Neubau bei einer Werft läuft, die Jahre im Voraus in einer fremden Währung kalkuliert, ist die entscheidende Frage, wer die Kosten getragen hat.
30. Juli 20264 Min. LesezeitYotters-RedaktionRedigiert von Leon Soliman
Nordhavn schließt seine Türkei-Linie nach 54 Einheiten, Formen zerstört

54 Einheiten, dann fallen die Formen

Pacific Asian Enterprises teilte am 28. Juli mit, dass die Produktion der Nordhavn 41 und 51 im Istanbuler Werk von Telgeren & Partners eingestellt ist; der Subunternehmer hat beide Modelle gebaut. Die gemeinsame Serie kam auf 54 Einheiten, davon 44 N41 und zehn N51. Dan Streech, Präsident von PAE, sagte, beide Projekte seien gerade erst richtig in Fahrt gekommen, als die Entscheidung fiel. "Es ist frustrierend, dass die spannenden Projekte Nordhavn 41 und 51 ihre Serien auf diese Weise beenden", sagte er. "Realistisch betrachtet gab es keine andere Antwort."

Mit den Modellen verschwindet das Werkzeug. PAE wird die Produktionsformen beider Baureihen zerstören, wie Nordhavn es immer getan hat, wenn eine Serie ausläuft. Genau dieses Detail unterscheidet den Schritt von einer Pause. Eine pausierte Baureihe kann wieder anlaufen, sobald sich die Währung beruhigt oder ein neuer Partner auftaucht; eine Baureihe, deren Formen zerschnitten sind, kehrt ohne neue Investition in Werkzeug nicht zurück. N41 und N51 sind damit bei 54 Einheiten geschlossene Serien, und diese Zahl bewegt sich nicht mehr.

Die Währung war es, und PAE hat bezahlt

PAE führt die Entscheidung auf die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Türkei zurück, nicht auf die Nachfrage. Genannt werden hohe Inflation und, in den Worten des Unternehmens, eine staatlich manipulierte Währung, was den Bau dort unkalkulierbar und untragbar teuer gemacht habe. Das ist die Darstellung des Unternehmens, kein geprüfter Befund, und die türkische Währungspolitik ist umstritten. Unstrittig ist, dass eine Werft mit Aufträgen in der Hand ein laufendes Werk aufgibt, statt weiter dagegen zu kalkulieren.

Aufschlussreich ist, was mit den bereits verkauften Einheiten geschah. Telgeren & Partners konnte die Preise, die es Endkunden für rund zehn verkaufte Einheiten zugesagt hatte, nicht halten. PAE schoss eigenes Kapital nach, um diese Boote fertigzustellen, und hat nach eigener Darstellung jeden Vertrag wie geschrieben erfüllt. Kein Käufer musste nachzahlen, und keine Anzahlung landete beim Anwalt. Das kam daher, dass die Marke sich hinter das Papier gestellt hat, nicht aus dem Papier selbst.

Was eine geschlossene Baureihe mit dem Wert macht

Für die 54 Eigner ist die Flotte jetzt endlich, und der Gebrauchtmarkt ist der einzige Markt. Knappheit wirkt bei einer eingestellten Baureihe in beide Richtungen. Eine kurze, angesehene Serie kann den Wert besser halten als ein Modell, das noch vom Band läuft, weil ein Interessent nirgendwo anders hingehen kann. Die andere Seite ist das Risiko der Waisenserie. Formteile, Luken, Hardtops und einzelne Strukturteile lassen sich am leichtesten ersetzen, solange das Werkzeug existiert, und hier wird es das nicht.

Die Fragen vor einem Kaufgutachten sind praktischer Natur. Wer trägt künftig die Ersatzteil- und Garantiepflicht, die Marke oder das geschlossene Werk. Ob Formteile erfasst und eingelagert wurden, bevor das Werkzeug fiel. Wie sich die letzten Einheiten aus einem schließenden Werk im Vergleich zur Mitte der Serie halten, denn Streech selbst sagte, die letzten Ablieferungen seien die besten gewesen, die je den Namen Nordhavn getragen hätten.

Am anderen Ende findet ein 30-Meter-Explorer den zweiten Käufer

Am selben Tag berichtete Nordhavn über das andere Ende seiner Palette. Einheit eins der N100, die Safe Passage, ist in Hongkong an ihren Eigner abgeliefert worden und hat eine Überführung von 800 Seemeilen nach Palawan hinter sich, weiter durch die Philippinen nach Raja Ampat, mit Palau, den Galapagosinseln und einer Panamapassage im Plan. Das Lastenheft kam von einem Eigner, der in Raja Ampat traditionelle Phinisi gechartert hatte und ein Boot wollte, das ohne fremde Hilfe hinkommt. Chefkonstrukteur Jeff Leishman hat es gezeichnet. Eine zweite N100 sollte in derselben Woche in den Vertrag gehen.

Sie misst 100 Fuß 11 Zoll, also 30,76 m, bei 7,32 m Breite und verdrängt 181,44 Tonnen. Zwei Caterpillar C-18 liefern je 600 hp, versorgt aus 7.000 US-Gallonen, also 26.498 Liter, Treibstoff. Untergebracht sind vier Kabinen und acht Kojen in GFK, dazu eine Entsalzungsanlage mit 2.000 Gallonen Tagesleistung und Onan-Sätze mit 40 kW und 27,5 kW. Kaufmännisch interessant ist der Rumpf: die N100 ist ein modifizierter Formabschnitt auf dem bestehenden Werkzeug von N86 und N96, Nordhavn hat also eine Form verlängert, die es bereits besaß.

Was das für einen Käufer bedeutet

Liest man beide Mitteilungen zusammen, hat sich der Schwerpunkt der Palette deutlich nach oben verschoben. N41 und N51 waren die Modelle, die Erstkäufer in den kleinsten Größen zur Marke brachten, und beide fallen gleichzeitig weg. Was bleibt, beginnt höher, und Aufmerksamkeit bekommt ein 30-Meter-Explorer, der seinen zweiten Auftrag auf einer längst bezahlten Form einsammelt. Eigner innerhalb der Marke betrifft das nicht; Käufer, die den günstigsten Einstieg suchen, schon.

Der weitere Punkt steckt im Bauvertrag, nicht in den Booten. Ein großer Teil dessen, was Eigner erreicht, ist zugekaufte Arbeit, Jahre im Voraus in einer Währung kalkuliert, die der Käufer nicht hält. Wer einen Neubau laufen hat, sollte wissen, wo Inflations- und Währungsrisiko in seinem Vertrag liegen und wer zahlt, wenn die Werft ihren Preis nicht halten kann. Die Käufer von PAE haben erfahren, dass die Antwort die Marke war, und das war kein Ergebnis des Vertrags.

Recherchiert aus Primärquellen: Nordhavn / Pacific Asian Enterprises, Soundings Trade Only, Superyachts.com.
Yotters-RedaktionChefredakteur: Leon SolimanRedaktionelle Standards

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