Sirenas erste Stahl-Superyacht, eine 42-Meter, noch vor dem Stapellauf verkauft

Eine Serienwerft steigt in Stahl ein
Die 42M ist ein klarer Bruch mit den Composite-Motoryachten, die Sirenas Namen ausmachen. Sie misst 42,2 Meter bei 8,8 Meter Breite und 2,5 Meter Tiefgang, kommt auf 433 GT und verbindet einen Stahlrumpf mit einem Aufbau aus Aluminium. Der Bau begann 2024 auf Spekulation, und die Werft taufte diesen ersten Rumpf diese Woche im Beisein der Eigner, rund zwei Monate vor der internationalen Premiere.
Die Rumpfkonstruktion stammt von Van Oossanen, mit dessen Fast Displacement Hull Form und einem Hull Vane als Heckflügel - dasselbe Effizienzpaket, das bereits unter einer Reihe größerer Custom-Yachten sitzt. Das Exterieur zeichnete Luca Vallebona, das Interieur kommt von Hot Lab, und die Aufteilung fasst zehn Gäste in fünf Kabinen.
Warum es den Eigner angeht
Wer Sirena als Marke verfolgt, für den ist der Punkt: Die Werft konkurriert jetzt dort, wo die Vollcustom-Werften bauen, nicht mehr nur mit anderen Serienlinien. Ein 42-Meter aus Stahl bedeutet eine andere Klassifikation, ein anderes Flaggen-Thema und einen anderen Wiederverkaufsmarkt als ein 30-Meter aus Composite - und er setzt Sirenas Logo auf ein Boot, in das ein etablierter Eigner aufsteigen kann, statt aus ihm heraus.
Dass der Rumpf schon vor dem Stapellauf verkauft wurde, noch dazu werftintern vermittelt, ist das härtere Signal. Auf Spekulation gebauter Stahl im unteren 40-Meter-Bereich wird nur bestellt, wenn eine Werft sicher ist, dass ein Käufer wartet - und einer wartete. Sirena selbst sagt, der Verkauf sei aus einer bestehenden Kundenbeziehung entstanden, was auf einen Stammeigner deutet, der innerhalb der Baureihe aufsteigt.


Der Effizienz-Aspekt
Der Hull Vane ist ein fester Flügel über das Heck, der Energie aus dem eigenen Kielwasser der Yacht zurückgewinnt, und Van Oossanen wirbt seit Jahren mit zweistelligen Kraftstoffersparnissen auf Verdrängerrümpfen. Auf einer 433-GT-Yacht heißt das Reichweite und Betriebskosten, die zwei Zahlen, die ein privater Eigner auf einer langen Passage tatsächlich spürt.
Eine Reichweitenangabe hat Sirena noch nicht veröffentlicht, und das Antriebspaket bleibt bis zur Premiere unter Verschluss. Auf dem Papier steht die Absicht: ein erstes Stahl-Flaggschiff, gezielt für Eigner, die ein größeres, leiseres, ausdauernderes Boot wollen, ohne die Werft zu wechseln, die sie schon kennen.