Tankoas 51,5 Meter lange Spirit setzt ein Spa dorthin, wo sonst die Toys lagen

Ein Wellnessdeck, in Genua zu Wasser gelassen
Tankoa Yachts ließ seine Custom-Yacht T52 Vitruvius, nun Spirit getauft, am 11. Juli 2026 in seiner Werft in Genua zu Wasser. Die 51,5 Meter lange Motoryacht trägt Schiffsarchitektur und Außenlinien von Vitruvius Yachts, dem Londoner Studio unter Philippe Briand und Veerle Battiau, mit Interieur des Büros FM Architettura aus Ancona. Sie bietet bis zu 12 Gästen in sechs Kabinen und neun Crewmitgliedern in fünf Kabinen Platz und fährt ein Voll-Hybrid-Antriebspaket von E-motion, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 17 Knoten und einer Marschfahrt von 15 Knoten. Tankoa erklärt, die Yacht sei nun in der Endausrüstung, mit laufenden Probefahrten vor der Ablieferung an ihren Eigner noch in diesem Jahr.
Das Kernstück ist der achtere Beachclub, den Tankoa um einen Gym und ein Spa herum gebaut hat, die sich auf eine über die volle Breite laufende Terrasse am Heck öffnen. Ein Plunge Pool liegt auf dem Achterdeck, ausklappbare seitliche Plattformen erweitern die Fläche zum Wasser hin, und eine zweiteilige verglaste Hecktür mit raumhoher seitlicher Verglasung bringt Licht und Sichtachsen in einen Raum, der auf vielen Yachten Jetskis und Tauchausrüstung überlassen wird. Die Arbeit an Geräusch und Vibration übernahm van Cappellen Consultancy, ein Detail, das für einen Behandlungsraum mehr zählt als für ein Toys-Lager.
Die Vorgabe hat Wellness ans Heck verschoben
Spirit liest sich als ein klares Beispiel für eine Verschiebung, die BOAT International und mehrere Werftredaktionen durch das Jahr 2026 verfolgt haben, bei der Eigner Wellnessflächen früh im Entwurf beauftragen, statt einen Gym erst um die Maschine herum einzupassen, wenn alles andere platziert ist. Auf Spirit reicht diese Logik bis in den Beachclub, jenen Teil der Yacht in direktem Kontakt mit dem Meer, den Werften lange für Tender, Toys und eine Bar genutzt haben. Spa und Gym dorthin zu legen, tauscht etwas Garagenvolumen gegen Tageslicht und direkten Zugang zum Wasser.
Für einen Eigner ist die Lage der ganze Punkt. Ein Behandlungsraum tief auf einem Unterdeck ist nur ein Raum. Ein Spa, das sich vor Anker zum Wasser öffnet, ist ein Grund, das Boot zu kaufen. Es trägt auch gut in den Chartermarkt, wo Gäste zunehmend nach Regeneration und Fitnessprogramm statt nach einem größeren Club fragen. Ein Käufer, der einen Wiederverkauf oder einen Neubau abwägt, kann Spirit als Marktsignal lesen, dass Wellnessquadratmeter nahe der Wasserlinie nun Wert halten und dass ein herkömmlicher Grundriss mit Toys-Garage schneller altern könnte als früher.


Hybridbetrieb macht ein Spa auf See erst möglich
Der Voll-Hybrid-Antrieb von Spirit aus dem Hause E-motion koppelt konventionelle Motoren mit Elektromotoren und Batterien, was der Yacht erlaubt, bei geringer Last leise zu fahren und die Hotelsysteme vor Anker ohne laufende Hauptmaschinen zu halten. Zusammen mit dem Vibrationspaket von van Cappellen ist das der praktische Ermöglicher hinter der Wellnessvorgabe, denn eine Massage oder ein kaltes Bad wird durch Maschinenbrummen und Rumpfvibration entwertet. Innenarchitektur und Maschine zielen auf dasselbe Ergebnis.
Für einen künftigen Eigner lautet die Lehre, die Ruhe vor den Oberflächen zu spezifizieren. Hybridantrieb, elastische Lagerungen und Akustikplanung lassen sich schwer nachrüsten und günstig einplanen, und sie entscheiden, ob ein Spa-Deck funktioniert oder nur gut fotografiert. Tankoa hat für Spirit weder Bruttoraumzahl noch Reichweite oder Innenvolumina veröffentlicht, Käufer, die sie mit Wettbewerbern vergleichen, sollten die Werft daher um belegte Zahlen bitten statt um Beschreibungen vom Tag des Stapellaufs. Die weitere Lesart ist einfacher, denn ein Beachclub, der der Gesundheit gewidmet ist, ist heute eine verkaufbare Position, und die Werften bauen darauf hin.