DAR (now Luna)

- Werft: Oceanco, Alblasserdam, Niederlande
- Länge: 90 Meter (90,1 m)
- Typ: Motoryacht, gebaut unter dem Projektnamen Project Shark
- Ablieferung: 2018, später in Luna umbenannt
- Vermessung: rund 2.926 GT
- Exterieurdesign: Luiz DeBasto, Interieur Nuvolari Lenard
- Bauweise: Stahlrumpf, Aluminiumaufbau, rund 390 Quadratmeter Glas
- Leistung: zwei MTU-Diesel, Höchstgeschwindigkeit rund 20 Knoten, Reichweite rund 4.500 Seemeilen
Eine kompakte Yacht mit übergroßer Präsenz
Mit 90 Metern ist DAR kleiner als die meisten der prominenten Oceanco-Projekte, und doch zieht sie Aufmerksamkeit auf sich, die im Missverhältnis zu ihrer Länge steht. Ihre Silhouette wurde so gezeichnet, dass sie sich wie ein Hai liest, der durch das Wasser schneidet, ein Ansatz, der sie von den damals verbreiteten runden Profilen abhob. Dieser unverwechselbare Auftritt machte sie zu einer der wiedererkennbarsten Oceanco-Ablieferungen des Jahres 2018. Sie zeigte, wie die Werft ihre Technik auf eine stärkere gestalterische Aussage anwendet.
Sie führte auch vor, wie viel Yacht sich in einen 90-Meter-Rumpf packen lässt. Ihre Ausstattungsliste und ihre Glasfläche gehören zu Einheiten weit jenseits ihrer Größe. Für Käufer, die eine Oceanco wollten, ohne in die Klasse über 100 Meter zu wechseln, bot sie einen Weg hinein. Diese Effizienz der Packung ist ein Grund, warum sie auf dem Brokerage- und Chartermarkt gefragt geblieben ist. Diese Positionierung hat sie über mehr als einen Eignerwechsel hinweg begehrt gehalten.
Eine Silhouette, gezeichnet als Raubtier
Das Exterieur von Luiz DeBasto ist die Signatur der Yacht. Ein markanter, flossenartiger Mast und ein niedriges, sich verjüngendes Profil geben ihr die aggressive Haltung, die der Entwurf erreichen wollte. Fast 400 Quadratmeter Glas umschließen den Aufbau, vieles davon ohne sichtbare Befestigung geklebt, für eine nahtlose Oberfläche. Das zu erreichen bedeutete wiederholtes dreidimensionales Vermessen des Aufbaus, während er entstand.
Das Glas leistet mehr als gestalterische Arbeit. Es flutet das Interieur mit Tageslicht und öffnet lange Blicke aus der Yacht heraus, was auf dem Chartermarkt zu ihren meistgelobten Eigenschaften zählt. Stahlrumpf und Aluminiumaufbau folgen der üblichen Oceanco-Praxis, doch die Behandlung der Oberfläche ist alles andere als üblich. Die Ausführung ist es, die das Hai-Konzept von einer Skizze zu einer schlüssigen Einheit macht.
Fast 400 Quadratmeter Glas, das meiste davon geklebt, ohne ein sichtbares Befestigungselement.
Glas, Struktur und Geschwindigkeit
Einen Aufbau in so viel geklebtes Glas zu hüllen ist ebenso ein strukturelles wie ein ästhetisches Problem. Jede Scheibe musste genau auf einer Fläche sitzen, die sich im Verlauf des Baus verformt und setzt, daher die wiederholten 3D-Vermessungen. Die Technik musste das Glas dicht und tragfähig halten und zugleich den Verzicht auf sichtbare Befestigungen bewahren. Diese Arbeit ist an der fertigen Yacht unsichtbar, und genau darum geht es.
Unter der Gestaltung ist sie eine leistungsfähige Motoryacht. Zwei MTU-Diesel geben eine Höchstgeschwindigkeit von rund 20 Knoten, was für ihre Größe flott ist, und eine Reichweite nahe 4.500 Seemeilen. Ihr Verdrängerrumpf trägt einen Wulstbug für Effizienz bei Marschfahrt. Die Leistung stützt das aggressive Bild, statt ihm zu widersprechen.
Ausstattung jenseits ihrer Länge
Innen trägt DAR Merkmale, die sonst größeren Yachten vorbehalten sind. Die Liste reicht von einem Beautysalon über ein Kino, ein Spa, ein Gym und einen Beach Club bis zu einem Aufzug, der die Decks verbindet. Die Interieurs schuf Nuvolari Lenard, gearbeitet mit dem Volumen, das die Breite von 14,6 Metern erlaubt. Unterwasserleuchten und eine ausklappbare Badeplattform erweitern die Nutzung der See rund um die Yacht. Das Tageslicht aus der weiten Verglasung prägt die Stimmung der Hauptbereiche.
Die Unterbringung trägt rund zwölf Gäste mit einer großen Crew zur Unterstützung. Das Layout eignet sich sowohl für private Nutzung als auch für Charter, wo sie heute steht. Der Wasserzugang über einen Beach Club hält die Gäste nah an der See. Für eine 90-Meter-Yacht ist das Raumgefühl ungewöhnlich großzügig.
Aus DAR wird Luna
Die Yacht wurde als DAR abgeliefert und ist seither in Luna umbenannt worden. Eigentumsverhältnisse auf diesem Niveau werden von der Werft selten bestätigt, und die Berichterstattung hat über die Jahre mehr als einen Eigner genannt. Sie ist zur Charter angeboten worden, was sie einem breiteren Publikum zeigt als die meisten privaten Yachten ihrer Größe. Diese Sichtbarkeit hat ihr Profil seit der Ablieferung hoch gehalten.
Wie auch immer die Eignerhistorie aussieht, ihr Entwurf ist gut gealtert und bleibt ein Gesprächsthema. Die Hai-Silhouette wirkt mehrere Jahre später noch aktuell. Für Oceanco steht sie als Beleg, dass eine starke visuelle Identität und ernsthafte Technik denselben 90-Meter-Rumpf teilen können. Sie bleibt eine der meistfotografierten Ablieferungen der Werft.
Design
- Exterieurdesign: Luiz de Basto Designs
- Interieurdesign: Nuvolari Lenard (with Valentina Zannier Interiors)
- Konstruktion: Oceanco / Azure Naval Architects
Für wen: Ein Eigner, der eine unverwechselbare Oceanco mit der Ausstattung einer größeren Yacht will, ohne über 90 Meter hinauszugehen.
Richtpreis: 2018 als DAR abgeliefert, später in Luna umbenannt; berichteter Wert rund 215 Millionen US-Dollar (SuperYachtFan). Kein offizieller Angebotspreis.