Endeavour II

- Länge über alles: 49,91 Meter
- Ablieferungsjahr: 2017
- Werft: Rossinavi, Viareggio
- Exterieurdesign: Enrico Gobbi, Team for Design
- Interieurdesign: Salvagni Architetti
- Antrieb: dieselelektrisch von Caterpillar mit Rolls-Royce-Pods
- Reichweite: rund 5.000 Seemeilen bei 12 Knoten, unter 500 GT
- Gäste: bis zu 10 in 5 Kabinen, Gewinnerin einer Auszeichnung der International Superyacht Society 2018
Eine Yacht, gebaut zum Streifen
Endeavour II kam Anfang 2017 in Viareggio ins Wasser und wurde im August desselben Jahres an ihren Eigner übergeben. Sie war als weltreisende Yacht gedacht, gezeichnet, um ihre Familie über Ozeane und in abgelegene Reviere zu tragen. Das Lastenheft verlangte echte Reichweite und Autarkie in einem 50-Meter-Paket. Von den ersten Skizzen an war sie im Herzen ein Explorer. Das Lastenheft verlangte eine Yacht, die monatelang hinter dem Horizont verschwinden kann.
Die Yacht gewann 2018 eine Auszeichnung der International Superyacht Society, eine Anerkennung für einen gut durchgearbeiteten und zweckmäßigen Entwurf. Sie zeigte, dass Rossinavi einen Langstrecken-Explorer mit demselben Schliff bauen kann wie ihre schnellen Aluminiumyachten. Einem Eigner bot sie die Reichweite eines viel größeren Schiffs in handhabbarer Größe. Sie bleibt eines der still leistungsfähigsten Projekte der Werft. Diese Leistungsfähigkeit in einem 50-Meter-Paket ist genau das, was sie besonders macht.
Minimalistisch auf Wunsch
Enrico Gobbi und Team for Design gaben Endeavour II auf Wunsch des Eigners ein klares und zurückgenommenes Exterieur, ein Profil, das sich in wilde Umgebungen einfügen soll. Die Dreideckform ist ruhig und waagerecht, mit zurückhaltender Detaillierung und großzügiger Verglasung. Das ist eine Yacht, gezeichnet, um in einem norwegischen Fjord ebenso zu Hause auszusehen wie in einer pazifischen Lagune. Die Gestaltung bevorzugt stille Selbstsicherheit vor Schau. Das ruhige Gesicht war eine bewusste Wahl eines Eigners, der etwas Wildes im Sinn hatte.
Hinter dem ruhigen Gesicht sitzt eine ernsthafte Plattform für Zeit fern der Marinas. Die Deckflächen wurden ebenso für Tender, Wassersportgeräte und Expeditionsausrüstung geplant wie für das Sonnen. Das Exterieur trägt lange Aufenthalte an Orten ohne nahe Serviceeinrichtungen. Endeavour II ist für das Abenteuer gekleidet, ohne je robust oder industriell auszusehen. Sie trägt ihre Expeditionsabsicht, ohne je zweckdienlich auszusehen.
Eine dieselelektrische 50-Meter-Yacht, gebaut für die Weltumrundung und lange Zeit fern vom Steg.
Salvagni im Inneren
Das Studio von Achille Salvagni formte das Interieur und brachte Wärme und Handwerk in eine Yacht, die für lange Passagen gebaut ist. Die Unterbringung ist für bis zu zehn Gäste in fünf Kabinen angeordnet, mit einer geräumigen Eignersuite auf dem Hauptdeck. Die Räume sind ruhig und haptisch, entworfen, um sich nach Tagen auf See wie ein Rückzugsort anzufühlen. Materialien und Licht wurden so gewählt, dass sie lange Zeit an Bord belohnen. Nach einer harten Passage fühlt sich das Interieur wie ein richtiger Rückzugsort an.
Das Layout trägt autarkes Leben über Wochen, mit dem Volumen, um zu verstauen, was ein abgelegener Törnplan verlangt. Salvagni brachte Komfort mit den praktischen Erfordernissen eines Expeditionsprogramms ins Gleichgewicht. Gäste- und Crewwege bleiben getrennt, sodass die Yacht fern jeder Hilfe reibungslos läuft. Das Interieur macht aus einem leistungsfähigen Rumpf ein echtes Zuhause. Wochen fern einer Marina schrecken eine so ausgestattete Yacht nicht.
Dieselelektrische Reichweite
Endeavour II wird von einem dieselelektrischen System von Caterpillar angetrieben, das Rolls-Royce-Pods treibt, eine Auslegung, die wegen Effizienz und leisem Lauf gewählt wurde. Mit einer Vermessung unter 500 GT hält sie ihren regulatorischen Fußabdruck bescheiden und bietet dennoch echte Leistungsfähigkeit. Ihre Reichweite erreicht rund 5.000 Seemeilen bei 12 Knoten, genug, um Ozeane zu queren und weit von zu Hause fortzukommen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei knapp 16 Knoten für die gelegentlich schnellere Etappe. Die leisen Pods lassen sie in unberührte Buchten gleiten, ohne sie zu stören.
Die dieselelektrische Wahl nimmt außerdem die Richtung vorweg, die Rossinavi mit ihrer späteren Hybridarbeit einschlagen sollte. Effizienter, leiser Antrieb passt zu einer Yacht, die lange Zeiträume in unberührten Ankerplätzen verbringen soll. Die Pods verbessern die Manövrierfähigkeit in engen oder unbekannten Häfen. Endeavour II zeigt eine Werft, die scharf darüber nachdenkt, wie eine Yacht laufen sollte, nicht nur wie schnell. Ihr Antriebsstrang zeigt eine Werft, die schon damals scharf über saubereren Antrieb nachdachte.
Zu wem sie passt
Endeavour II passt zu einem Eigner, der weit reisen und Ankerplätze jenseits des üblichen Mittelmeerkreises erreichen will. Sie eignet sich für eine Familie, die die Yacht als Basis für Erkundungen in hohen Breiten oder in fernen Inselketten begreift. Ihre Reichweite und ihre Autarkie öffnen Törnpläne, die eine Küstenyacht nicht versuchen kann. Sie belohnt Neugier und einen Geschmack für das Abgelegene. Sie öffnet Törnpläne, die eine rein küstennahe Yacht nie versuchen könnte.
Zugleich bietet sie einen preisgekrönten Entwurf und ein Salvagni-Interieur für den Komfort unterwegs. Diese Mischung aus Leistungsfähigkeit und Feinheit ist genau das, wonach ein ernsthaft fahrender Eigner sucht. Für einen Käufer, dem wichtig ist, wohin eine Yacht ihn bringen kann, ist sie auf 50 Metern ein seltener Fund. Sie ist gebaut, um die Landkarte größer wirken zu lassen. Für einen Eigner mit Geschmack am Abgelegenen ist sie ein wirklich seltenes Werkzeug.
Für wen: Ein Eigner, der einen echten Langstrecken-Explorer auf 50 Metern will, fein genug für das Familienleben an Bord.