Rossinavi begann 1980, als die Brüder Claudio und Paride Rossi an der toskanischen Küste in Viareggio einen kleinen Metallbaubetrieb gründeten. Jahrelang baute die Werft Rümpfe und Aufbauten für andere, größere Namen des italienischen Yachtbaus. Diese Grundlage in der Stahl- und Aluminiumarbeit prägt bis heute, wie das Unternehmen über den Bau denkt, denn die meisten tragenden Teile entstehen im eigenen Haus statt zugekauft zu werden. Es ist eine Herkunft, die sich darin zeigt, wie die Werft über Technik vor Gestaltung spricht.
Die Marke Rossinavi selbst kam 2007, als die Familie beschloss, nicht länger im Hintergrund zu arbeiten und den eigenen Namen auf fertige Yachten zu setzen. Die erste, eine 54 Meter lange Aluminium-Motoryacht namens South, wurde 2008 abgeliefert. Federico Rossi, Sohn des Mitgründers Claudio, führt das Geschäft heute gemeinsam mit Vater und Schwester, und die Werft bleibt vollständig in Familienbesitz. Diese Kontinuität gibt dem Unternehmen einen langen Blick, der börsennotierten Wettbewerbern oft fehlt.
Rossinavi baut keine Serienreihe. Jede Yacht verlässt Viareggio als Einzelstück, um einen einzelnen Eigner herum gezeichnet und selten wiederholt. Die Werft arbeitet in Stahl und Aluminium in einem Größenband, das heute von rund 40 Metern bis knapp über 70 Meter reicht. Dieser Ansatz erlaubt Kunden, eigene Konstrukteure und Gestalter an den Tisch zu bringen, was jedes Projekt wirklich eigenständig hält.
Enrico Gobbi von Team for Design hat einen großen Teil der modernen Flotte geformt, von Utopia IV über Polaris bis zum Interieur von Lasata. Andere Namen wie Fulvio de Simoni, Arrabito Naval Architects und das Studio Vitruvius tauchen über die jüngeren Rümpfe hinweg auf. Langsam und auf Bestellung zu bauen, hat die Stückzahl niedrig gehalten, und es hat der Werft zugleich erlaubt, Projekte anzunehmen, die ein größerer Serienbauer schwer rechtfertigen könnte. Der Preis dafür ist eine kleine Jahreszahl an Booten, die jedes für sich eine starke Identität tragen.
In einem Sektor, der oft über Nachhaltigkeit spricht und wenig vorzuweisen hat, hat Rossinavi echte Rümpfe ins Wasser gebracht. Die Sea-Cat-Serie, gestartet mit der 43 Meter langen Seawolf X, verbindet Solarpaneele und große Batteriebänke mit einem System künstlicher Intelligenz, das den Energieeinsatz an Bord steuert. Auf kurzen Fahrten kann die Yacht vollständig elektrisch laufen, was wenige Boote dieser Größe für sich beanspruchen können.
Die Werft hat diese Richtung mit weiteren Katamarankonzepten und mit dieselelektrischen Anlagen auf größeren Einrumpfyachten wie Akula untermauert. Federico Rossi hat den Wandel als Frage des langfristigen Überlebens für den Sektor dargestellt und nicht als vorübergehenden Trend. Für einen Bauer dieser Größe ist die Bereitschaft, diese Forschung zu finanzieren, ungewöhnlich, und sie hat Rossinavi einen Ruf weit über die eigenen Stückzahlen hinaus eingebracht. Die grüne Arbeit ist zum klarsten Teil der öffentlichen Identität der Werft geworden.
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