Studio F. A. Porsche

- Gründer: Ferdinand Alexander Porsche, Gestalter des Porsche 911
- Gegründet: 1972 (2015 umbenannt in Studio F. A. Porsche)
- Sitz: Zell am See, Österreich
- Disziplin: multidisziplinäres Produkt- und Yachtdesign
- Prägende Yachten: Dynamiq GTT 115 (35,5 m), Royal Falcon RFF 135
- Haltung: Reduktion auf die wesentliche, von der Funktion geführte Form
- Hinweis: die Yachtarbeit ist ein Strang eines breiten Designbüros
Vom 911 auf das Wasser
Ferdinand Alexander Porsche gestaltete den ursprünglichen Porsche 911, bevor er 1972 sein eigenes Designstudio gründete. Das Studio begann in Stuttgart und zog nach Zell am See in Österreich, wo es bis heute sitzt. 2015 wurde es zu Ehren seines Gründers in Studio F. A. Porsche umbenannt. Das Büro entwirft über viele Felder hinweg, von Uhren und E-Bikes bis zu Gebäuden und Yachten. Die Yachtarbeit sitzt innerhalb eines weit größeren Büros, das im Industrie- und Produktdesign verwurzelt ist.
Das Studio ist kein Yachtspezialist in dem Sinne, in dem es die übrigen Häuser hier sind, und die maritime Arbeit ist einer von vielen Strängen. Was es mitbringt, ist eine strenge Gestaltungshaltung, übertragen aus der Automobilwelt. Genau diese Sicht von außen zieht bestimmte Yachtkunden zu ihm. Der Name Porsche und sein gestalterisches Erbe sind Teil der Anziehungskraft. Eine Yacht, die diese Linie trägt, kommt mit einer erkennbaren Identität, noch bevor sie zu Wasser gelassen wird.
Reduktion und Präzision
Die Haltung des Studios ist Reduktion: einen Gegenstand auf seine wesentliche Form zurückzunehmen und die Funktion die Gestalt bestimmen zu lassen. Ferdinand Alexander Porsche war überzeugt, gutes Design solle leise sein und keine Dekoration brauchen. Dieses Denken übersetzt sich in eine klare, zweckbetonte Yachtgestaltung mit einem starken Gefühl für Technik. Der Look ist diszipliniert und modern statt verziert. Nichts wird des Effekts wegen hinzugefügt, und jede Linie soll ihren Platz im Ganzen verdienen.
Das Büro nähert sich einer Yacht wie einem Produkt, mit sorgfältiger Aufmerksamkeit für Proportion, Materialien und die Art, wie ein Käufer den Entwurf konfiguriert. Es hat Ideen wie aufeinander abgestimmte Farbkonzepte und Wahlmöglichkeiten nach Art eines Konfigurators aus der Automobilwelt auf das Wasser gebracht. Dieser methodische Ansatz hebt seine Yachtarbeit ab. Präzision bestimmt alles, was das Studio auf dem Wasser tut. Die Gewohnheiten der Automobilwelt bei Konfiguration und abgestimmter Farbgebung lassen sich sauber auf ein Boot übertragen.

Das Studio, das den 911 gestaltete, bringt Reduktion und Präzision auf das Wasser.
Die Yachten von Dynamiq und Royal Falcon
Der klarste Ausdruck der maritimen Arbeit des Studios ist die Dynamiq GTT 115, eine 35,5 Meter lange schnelle Yacht, gebaut in limitierter Auflage. Der Entwurf trägt bewusste Porsche-Zitate, von der Lackfarbe bis zur Form der Lufteinlässe und des Spiegels. Sie wurde für schnelles Fahren mit transatlantischer Reichweite ersonnen und verbindet Leistung mit Komfort. Die Yacht fand breite Aufmerksamkeit bei ihrer Premiere auf der Monaco Yacht Show. Ihre Porsche-Zitate gaben der Yacht eine klare Identität in einem Markt voller Einzelentwürfe.
Das Studio gestaltete außerdem die Royal Falcon RFF 135, eine auffällige Katamaran-Superyacht für einen in Singapur ansässigen Betreiber. Diese Projekte zeigen, wie das Büro seine Produktdesign-Methode auf einen sehr andersartigen Gegenstand anwendet. Die Ergebnisse wirken unverkennbar verwandt mit den übrigen Arbeiten des Studios. Sie geben dem Studio eine reale, wenn auch eng umrissene Präsenz im Yachtbau. Es handelt sich um definierte Modelle statt um Giganten vom weißen Blatt, was zur Methode des Studios passt.

Ein anderer Typ von Designpartner
Studio F. A. Porsche arbeitet mit Werften wie Dynamiq, die eine Gestaltungskultur von außen hereinholen wollen. Die Beziehung gibt einer Werft eine erkennbare Marke und einen frischen Blickwinkel. Für Eigner liegt der Reiz in einer Yacht, geformt von einem Studio mit tiefem technischem Erbe. Diese Überkreuzung ist das eigene Angebot des Studios. Nur wenige Werften können eine Gestaltungskultur mit so viel Gewicht dahinter hereinholen.
Das Büro arbeitet eher an definierten Modellen und limitierten Serien als an Einzelstücken in Gigantengröße. Das passt zu seiner produktorientierten Arbeitsweise, in der ein Entwurf verfeinert und wiederholt werden kann. Käufer erhalten eine Yacht mit klarer Identität und einer berühmten gestalterischen Handschrift. Es ist ein anderes Angebot als das der klassischen Custom-Studios. Käufer tauschen die Freiheit des weißen Blattes gegen einen klaren, erprobten Entwurf und einen berühmten Namen.
Gestalterisches Erbe als Argument
Der Rang des Studios im Yachtbau ruht weniger auf Menge als auf dem Gewicht seines gestalterischen Erbes. Nur wenige Namen tragen in irgendeinem Feld die Verbindung, die die Porsche-Designlinie mit sich bringt. Dieses Erbe verleiht seinen Yachten eine starke und vermarktbare Identität. Es ist eine seltene Überkreuzung aus der Automobilwelt auf das Wasser. Dieses Erbe ist der Hauptgrund, warum ein Käufer dieses Studio einem maritimen Spezialisten vorzieht.
Das Büro bleibt ein spezialisierter Gast im Yachtbau statt eines dort ansässigen Riesen. Seine maritimen Projekte sind ausgewählt und eng an die Studios gebunden, die sie beauftragen. Die reduktive Haltung, die es mitbringt, ist ein echter Unterschied. Für den richtigen Käufer ist genau dieser Blick von außen der Punkt. Das Studio erhebt keinen Anspruch, ein ansässiger Riese des Yachtbaus zu sein, und diese Offenheit gehört zu seinem Reiz.
Für wen: Käufer, die eine Yacht aus limitierter Serie mit einer Gestaltungskultur von außen und berühmtem technischem Erbe wollen.