Aquariva Special

- Länge über alles: 10,07 m (33 ft)
- Breite: 2,80 m
- Motoren: zwei Yanmar 8LV, je 370 hp
- Höchstgeschwindigkeit: ca. 41 Knoten, Marschfahrt ca. 36 Knoten
- Bauweise: GFK-Rumpf mit lackiertem Mahagonideck
- Unterbringung: eine Kabine mit Koje und Nasszelle
- Designer: Officina Italiana Design (Mauro Micheli)
- Abstammung: Nachfolgerin der Aquariva Super, Erbin der Aquarama von 1962
Die Erbin der Runabout-Linie
Die Identität von Riva war auf kleinen offenen Motorbooten gebaut, und die Aquariva Special steht am Fuß der aktuellen Baureihe als deren lebende Fortsetzung. Sie folgt der lange gebauten Aquariva Super, die ihrerseits eine Neubearbeitung der Aquarama-Silhouette der 1960er Jahre in GFK war. Das Boot misst 10,07 Meter über alles bei einer Breite von 2,80 Metern. Ihre Rolle im Programm ist ebenso emotional wie kommerziell, weil sie die Gründungsidee am Leben hält. Jede größere Riva kann ihre Formensprache auf ein Boot ungefähr dieser Form und Größe zurückführen.
Wo die größeren Rivas Fahrtenyachten sind, ist die Aquariva Special ein Tagesboot im ältesten Sinne. Sie setzt eine Runde im Cockpit und bietet unten eine einzelne Kabine, mehr zum Schutz als zum Wohnen. Eigner halten meist eine neben einer größeren Yacht oder einer Villa am See. Der Reiz ruht weit mehr auf Erbe und Proportion als auf Volumen. Ein Sommernachmittag entlang der Küste ist die natürliche Kulisse, für die das Modell gezeichnet wurde.
Linien, die die Aquarama zitieren
Das Profil ist unverkennbar Riva, niedrig und lang mit einer geneigten umlaufenden Windschutzscheibe. Die Special verfeinert die frühere Super mit einer neu gezeichneten Scheibe und einer größeren Badeplattform, die über geschwungene Stufen erreicht wird. Officina Italiana Design hat die visuelle Grammatik straff gehalten, sodass sich das Boot aus jedem Blickwinkel als Riva liest. Die Änderungen sind bemessen und nie dramatisch. Kontinuität zählt mehr als Neuheit auf einem Boot, das vom sofortigen Wiedererkennen lebt.
Mahagoni läuft über das Vordeck und um die Süllränder des Cockpits, lackiert bis zu jenem tiefen Glanz, der eine Riva-Handschrift ist. Beschläge aus Edelstahl und verchromte Details setzen Akzente in der Holzarbeit. Das Ergebnis wirkt eher wie ein restaurierter Klassiker als wie ein zeitgenössisches Sportboot. Genau dieser Effekt ist der ganze Sinn des Modells. Jede Einheit durchläuft die handwerkliche Endfertigung, die die Werft in Sarnico seit Jahrzehnten bewahrt.
Das, was Riva dem hölzernen Runabout, das ihren Namen begründete, noch am nächsten baut.
Ein Cockpit für die Tagesstunden
Das Leben an Bord spielt sich im offenen Cockpit ab, angeordnet um ein U-förmiges Sofa und einen mittigen Teaktisch. Ein elektrohydraulisches Bimini spannt sich über die Sitzgruppe für Schatten. Der Steuerstand behält Rundinstrumente im analogen Stil neben einem modernen Multifunktionsdisplay. Die Materialien reichen von Leder bis lackiertem Holz statt der härteren Oberflächen eines Sportcruisers. Das Layout ist auf Mittagessen vor Anker und kurze Sprünge zwischen Buchten ausgelegt.
Unter Deck fasst die einzelne Kabine eine Koje und eine kompakte Nasszelle mit Dusche. Sie ist zum Umziehen und Verstauen der Ausrüstung an einem langen Tag draußen gedacht. Der Stauraum ist in die Schreinerarbeit eingearbeitet, damit das Cockpit frei bleibt. Das Interieur folgt dem Exterieur darin, Zurückhaltung als Luxus zu behandeln. Nichts unter Deck soll mehr leisten, als ein Tagesboot braucht.
Moderne Kraft unter klassischer Haut
Zwei Yanmar 8LV Diesel mit je 370 hp treiben die Aquariva Special an. Riva nennt eine Höchstgeschwindigkeit im Bereich von 41 Knoten bei einer schnellen Marschfahrt um 36 Knoten. Humphree-Interceptoren trimmen die Fahrtlage für eine sauberere Fahrt. Erstmals in der Serie wird ein Seakeeper-Gyrostabilisator als Option angeboten. Dieser Kreisel macht die Zeit vor Anker für ein Boot dieses Gewichts spürbar ruhiger.
Der Rumpf ist in GFK laminiert, was eine Steifigkeit und einen geringen Pflegeaufwand gibt, die lackiertes Holz nie erreichen könnte. Diese Kombination lässt das Boot wie ein Runabout der 1960er Jahre aussehen und sich bei Tempo wie ein aktueller Entwurf verhalten. Die Technik ist bewusst verborgen, damit das Auge bei der Holzarbeit bleibt. Zuverlässigkeit ist hier eine moderne Erwartung, eingebaut in eine alte Form. Das Holz ist heute dekorativ, aufgebracht auf eine Kompositstruktur, die die Lasten trägt.
Wer die kleinste Riva kauft
Die Aquariva Special spricht meist Käufer an, denen die Geschichte der Marke mehr wert ist als reiner Raum. Viele besitzen bereits ein Anwesen an einem See oder an der Küste, wo ein Runabout zum Bild gehört. Andere stellen sie in eine Flotte als das Boot, das sie tatsächlich selbst fahren. Ihr Preis stellt sie als überlegten Kauf und nicht als Spontanspielzeug auf. Der Käufer ist oft jemand, der größere Boote besessen hat und etwas Einfacheres zum Genießen sucht.
Im Markt konkurriert sie weniger mit anderen Tagesbooten als mit dem Gedanken an einen klassischen Wagen. Ihr Wert ruht auf einem Namen, der fast jedem Wettbewerber auf dem Wasser vorausgeht. Der Wiederverkauf hat sich über die Aquariva-Familie hinweg historisch gut gehalten. Für den richtigen Eigner ist sie Schmuck, der sich bewegt. Wenige kleine Boote tragen für ihre Länge so viel kulturelles Gewicht.
Design
- Exterieurdesign: Officina Italiana Design (Mauro Micheli / Sergio Beretta)
- Interieurdesign: Officina Italiana Design
- Konstruktion: Ferretti Group Engineering Department
Für wen: Ein Eigner, der den Namen Riva in seiner reinsten und kleinsten Form will, meist als Zweitboot neben einem Haus am See oder einer größeren Yacht.